Die Nutzung von Google Ads (damals Adwords) ist besonders für Anfänger nicht gerade intuitiv. Es gibt zahlreiche Einstellungen und man ist ziemlich schnell mit den schier unendlichen Möglichkeiten überfordert.

Häufig geben Anfänger sehr viel Geld innerhalb kürzester Zeit aus. Bei begrenzten Werbebudgets, sowie genereller Unsicherheit, ob die Plattform überhaupt Potenzial für dein Unternehmen hat, ist dies natürlich ein unsanfter Einstieg…

Um unnötige Ausgaben zu vermeiden und jeden einzelnen Euro in deiner Kampagne sinnvoll zu nutzen, hier die häufigsten Fehler, die sicherlich fast jeder einmal gemacht hat:

  • Keyword Match Types – Vermeide „weitgehend passende“ Keywords am Anfang!

Keyword Types

Die Wahl der richtigen Keyword Match Types (hier mehr dazu) ist mit Abstand das häufigste Problem beim Start von Adwords Kampagnen. Das ist auch kein Wunder, denn es gibt nirgendwo einen präzisen Hinweis darüber, was hier explizit zu beachten ist. Was ist das Problem? Es wird sehr häufig die breiteste Keyword Option „weitgehend passend“ und oftmals auch nur ein einziger Suchbegriff eingestellt. Somit wird garantiert, dass Google dein Budget innerhalb von Sekunden verbrennt, denn einzelne Suchbegriffe haben nicht nur extrem viel Suchvolumen, sondern Google sucht durch die Keyword Option „weitgehend passend“ auch Synonyme dafür. So kann es sein, dass du bei auch für Handy, Apple Iphone, Telefonbuch, Dasörtliche und eine Million anderer Synonyme angezeigt wirst.

Lösung: Anfangs erstmal mit den präzisesten Keyword Optionen, wie „genau passend“ oder „passende Wortgruppe“ starten (wie das geht werde ich dir hier zeigen), damit hast du die beste Kontrolle über deine Ausgaben und kannst dir sicher sein, dass du auch nur dafür Geld ausgibst.

  • Negative Keywords: bitte nutzen!

negative keywords

Und schon wieder sind wir bei den Keywords und zwar bei ungewollten Keywords, die Google aufgrund seiner Optimierung mit einstellt. Negative Keywords sind Keywords, die du aus deiner Kampagne ausschließen solltest, da diese nichts mit deinem Produkt oder Service zu tun haben.

Tipp 1: Recherchiere unbedingt vor dem Aufsetzen deiner Kampagne die negativen Keywords. Das geht mit dem Keyword Planner von Google oder anderen Tools wie keyword.io.

Tipp 2: Erstelle eine negative Keyword Liste, um das Pflegen einfacher zu halten.

Tipp 3: Geh täglich in deine neu aufgesetzten Kampagnen und schaue dir die Suchbegriffe an. Scanne deine Suchbegriffe nach Richtigkeit und schließe ALLES aus, was nicht dazu passt.

  • Conversion Tracking: bitte sauber einrichten!

Conversion Trackinga

Dieser Fehler kann dich extrem viel Umsatz kosten, denn was nicht gemessen wird, kann auch nicht verbessert werden! Das erste wonach die meisten Kampagnenmanager schauen, denn daran wird ihr Erfolg gemessen, sind die Conversions. Wenn diese nicht eindeutig und sauber erfasst sind, bringt die gesamte Kampagne nichts. Conversion Tracking ermöglicht es dir, auf die Anzeige genau, festzuhalten was tatsächlich einen Verkauf, eine Anmeldung oder einen Anruf erzeugt hat. Du kannst genau sehen was funktioniert hat und was nicht. Deswegen ist es so wichtig dies einzurichten.

Tipp 1: Richte deine Conversions am Zielvorhaben aus, das für dich am wertvollsten ist. Ist es der Verkauf eines Produktes? Gut, nimm dieses Event als Conversion-Event mit in dein Tracking.

Tipp 2: Wenn du aus irgendeinem Grund nicht an dein Hauptziel – den Verkauf deines Produktes – rankommst, nimm vorgelagerte Events wie z.B. das hinzufügen eines Produktes zum Warenkorb.

Tipp 3: Nutze Google Tag Manager und verbinde diesen mit deinem Adwords Account für perfektes Tracking.

  • Tests: splittteste so viel wie möglich! 

Google Ads ist keine Plattform auf der das Prinzip „set it and forget it“ ist. Dafür ist der Algorithmus noch nicht schlau genug und es Bedarf immer manueller Eingriffe. Das vergessen viele und lassen Kampagnen über Monate mit demselben „Fehler“ laufen und man fragt sich wieso keine oder immer dieselben Ergebnisse eingefahren werden. Google Adwords ist eine Plattform, die zum Testen  prädestiniert ist. Testen von Anzeigentexten, neuen Keywords, neuen Kampagnen…du kannst JEDE Variable verändern. Für viele ist das ein Alptraum, da es zu viele Auswahlmöglichkeiten gibt. Deswegen hier ein paar Tipps, um die richtigen Stellschrauben am Anfang zu testen:

Tipp 1: Teste immer deinen Anzeigentext aus, bevor du an andere Dinge gehst.

Tipp 2: Teste dein Angebot aus und probiere es zu variieren. Schaue dir dazu deinen Wettbewerb an und leite ab was gut funktionieren könnte. Wenn alle kostenlose Beratungsgespräche anbieten, dann checke ob du das auch machen kannst. Schaue danach, ob du dies vielleicht nicht sogar noch toppen kannst, indem du ggfs. die Zeitdauer von 30 Minuten auf 45 Minuten erhöhst. Oder du verbesserst das Angebot, dadurch dass das Beratungsgespräch zusätzlich auch eine Webseitenanalyse beinhaltet.

  • Search-Kampagnen-Ausrichtung: niemals Search & Display in einer Kampagne

Search Kampagne

Das heimtückische an der Adwords Plattform sind die Voreinstellungen. Ein Haken zu viel gesetzt kann gleich ein Pulverfass bedeuten. So ist das auch bei der Suchnetzwerk-Kampagne der Fall. Bei der Erstellung von Suchnetzwerk-Kampagnen ist die Ausrichtung auf gleich zwei Plattformen voreingestellt: Auf das Suchnetzwerk, sowie das Displaynetzwerk. Das erste von beiden wollen wir nutzen, das Letztere ist das versteckte Pulverfass. Das Problem bei dieser Einstellung ist die Art und Weise wie beide Netzwerke funktionieren und wie eine Ausspielung stattfinden kann. Beim Suchnetzwerk wissen wir, dass es einzig und alleine über Schlüsselwörter funktioniert, deswegen haben wir es ja gestartet. Nun funktionieren Keywords bei beiden Netzwerken unterschiedlich. Beim Displaynetzwerk bedeutet ein eingestelltes Schlüsselwort: Suche mir Synonyme / Webseiten, die damit was zu tun haben. Das Millionen von Webseiten zum Displaynetzwerk gehören, ist hier die Gefahr. Die Chancen sind sehr gering, dass wir auf Anhieb – ohne weitere Einschränkungen in den Einstellungen – hier die richtigen Interessenten treffen, da die Anzahl an Treffern einfach viel zu groß ist.

Ebenso ermöglicht das Displaynetzwerk nicht, dass wir genau die Leute erreichen, die in Echtzeit unseren Service bei google.de eingeben. Deshalb der folgende Tipp bzw. Lösungsansatz:

Trenne IMMER Suchnetzwerk-Kampagnen von Displaynetzwerk-Kampagnen. Vermeide das Setzen vom Haken in der Suchnetzwerk-Kampagne. Das führt zu unkontrollierbarem Ausspielen deiner Anzeige und dadurch einer sehr hohen Budget-Belastung!

Fazit:

Um mit Google Adwords einen erfolgreichen Start hinzulegen, reicht es leider nicht aus, dass man einfach in die Plattform reinspringt, Kampagnen anlegt und sofort mit Anfragen überschüttet wird. Es Bedarf einer sehr guten Vorbereitung, sowie auch der strategischen Ausrichtung, welche Kampagnenart für dein Unternehmen im ersten Schritt das beste ist.