Du stehst innerlich kurz vor der Entscheidung, dass Google Adwords das richtige Medium für dich und dein Unternehmen ist, weißt aber nicht wie du genau starten sollst?

Werbebudget-technisch möchtest du nicht zu viel riskieren, da dein Unternehmen gerade zart voranschreitet und deine Gewinne knapp sind.

Dir ist es deswegen sehr wichtig, dass du am Anfang möglichst wenig Werbebudget verschwendest und investierst gerade sehr viel Zeit damit dich über Blogs oder Youtube im Bereich Online Marketing weiterzubilden?

Sehr gut! So habe ich auch angefangen und das ist mit Abstand der effizienteste Weg um „schlank“ zu starten! Ebenso finde ich es auch gut, dass du mit SEA anstatt Social Media Ads, wie Facebook oder Instagram, starten möchtest, denn über SEA hast du fast immer ein Problem oder eine Suchintention vorausgesetzt.

Nun, aber wie genau startest du jetzt mit Adwords und vor allem möglichst kleinem Budget? Du fragst dich: Geht denn sowas überhaupt?

Die einfache Antwort dazu ist: Ja! Es geht auf jeden Fall! Warum weiß ich das?

Meine eigenen Projekte als auch die Projekte meiner ersten Kunden sind genau so gestartet: Nicht viel Werbebudget und die große Ungewissheit, ob SEA überhaupt wirklich für mich funktioniert. Man hört ja so viel rechts und links: „AdWords? Da habe ich nur Geld verbrannt!“. Das ist wirklich die Realität und ich muss ehrlicherweise sagen, dass es bei vielen auch wirklich nicht funktioniert hat. Warum? Ich glaube bzw. weiß es, dass es absolut NICHTS mit SEA an sich zu tun hatte. Vielmehr waren das Problem im Bereich Preis, Produkt oder Angebot. Denn zu einem gut funktionierenden Produkt oder Service gehören eine Latte an Faktoren, die alle miteinander stimmig sein müssen.

Ich gehe in dem Artikel aber mal davon aus, dass du…

…bereits mit Leuten gesprochen hast die deine Leistung interessant finden würden oder
…du ggfs. bei physischen Produkten die ersten Verkäufe erzielt hast und auch positive Signale bekommen hast?

Wenn das nicht der Fall ist, bitte tu mir den Gefallen und stoppe alles weitere an Vermarktungen und investiere deine Zeit erstmal in die Grundlagen! Wenn du auf ein schlechtes Produkt Geld investierst, wird das Produkt dadurch nicht besser, sondern nur dein Budget geringer!

Wenn die Grundlagen sitzen, kannst du nun folgende Schritte befolgen, um wirklich „schlank“ zu starten:

1. Im „Longtail“ steckt die Musik

Longtail Keywords sind Keywords mit mehr als 3-5 Wörtern in einem Satz. Das wäre zum Beispiel:

Handyhülle Leder Iphone X Kartenfach Rückseite

Hier weiß jeder was die Suchintention bedeutet, da das Produkt eindeutig in der Suchanfrage beschrieben ist. Die Regel ist hier: Je länger das Keyword, desto WENIGER Suchanfragen kommen über das Keyword (10-20 pro Monat), ABER desto HÖHER die Wahrscheinlichkeit das eine Conversion stattfindet. Je höher die Wahrscheinlichkeit, dass eine Conversion stattfindet, desto höher – meistens – die Gebote!

Nutze deswegen ausschließlich für den Anfang Longtail Keywords in deinen Kampagnen. Das kannst du z.B. machen indem du „broad match modifier (BMM)“ Keyword Match-Types einstellst. Das wäre sowas:

+handyhülle +leder +iphone x +kartenfach

Broad Match Modifier Match-Types bedeutet einfach, dass du Google sagst, dass jede Suchanfrage zwingend deine aufgelisteten Keywords enthalten muss. Das Plus vor dem Keyword bedeutet symbolisch, dass das Keyword in der Suchanfrage verankert sein soll.

2. Tagesbudget vs. Laufzeit: Gering und länger oder viel und kürzer?

Sehr gute Frage! Also die Frage ist: Sollte ich lieber wenig Tagesbudget – also 5€ – einstellen und dafür 60 Tage lang durchlaufen lassen oder viel Tagesbudget und geringere Laufzeit haben?

Meine Antwort hier lautet: Lieber mehr Tagesbudget bei einer geringeren Laufzeit als umgekehrt. Hier meine Begründung:

  • Du erzielst schnellere Ergebnisse, lernst schneller aus den Daten und optimierst somit schneller deine Kampagnen. Denn der einzige Vorteil, den du als Start-Up / digitaler Unternehmer hast, ist es Dinge „schneller“ auszuprobieren und zu testen, als der vorhandene Wettbewerb!
  • Du benötigst wirklich mehr als einen Klick pro Tag! Du brauchst einfach eine gewisse Anzahl an Klicks die du pro Tag erzeugen musst, um gesehen zu werden. Stell dir vor dein Klick kostet 2€ und dein Tagesbudget ist 5€. Du würdest maximal 2-3 Klicks am Tag erzeugen, die bereits am Vormittag verbraucht wären – zu schade, denn eigentlich surfen deine potentiellen Kunden Nachmittags/Abends. Probiere hier mehr als 10 Klicks am Tag zu erzeugen, damit die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass du für die richtigen Leute sichtbar bist!

3. Kluge Nutzung von Marketing-Kanälen und vorhandenen Assets:

Jetzt kommt der PRO Tipp! Aufgepasst…es geht um das clevere Erzeugen von günstigen und GLEICHZEITIG qualifizierten Webseitenbesuchern durch bezahlte oder besser organische Kanäle! Ja, das geht und du wirst gleich wissen wie!

Organisch/qualifiziert:

Wenn du z.B. organische Webseitenbesucher auf deiner Seite hast – sei es durch Blog Artikel / deinen Youtube Kanal / dein Instagram Profil – dann würde ich das gesamte Werbebudget auf eine Retargeting/Remarketing Kampagne setzen!

Die Besucher sind in der Regel extrem heiß und haben deutlich höhere Conversion-Chancen, als wenn du probierst fremde Seitenbesucher direkt zur Konvertierung zu bringen. Wie schaffst du es nun organische Sichtbarkeit zu bekommen? Das ist noch mal ein anderes Kapitel, aber der wichtigste Schritt ist erstmal eine ordentliche Indexierung zu schaffen. Das funktioniert mit der Search Console von Google und so kann sich das nach einer Zeit aufbauen, wenn du dran bleibst.

Search Console

Bezahlt/qualifziert:

Benutze unterbewertete, bezahlte Marketing-Kanäle um Interessenten anzulocken. Was wäre denn so ein unterbewerteter Kanal? Youtube oder Facebook Video Ads (Stand März 2019)! Dort kannst du pro Tag mit 5€ und einem Cost-Per-View von 0,02€ bereits 250 Aufrufe erzeugen! Ebenso kannst du per Video einen vieeeel besseren ersten Eindruck hinterlassen, als wenn du das mit einer reinen Textanzeige machst.

Die Umsetzungsstrategie wäre hier folgende: Erzeuge ein Video welches länger als 0:30 Sekunden ist und nutze dieses Video z.B. bei YouTube, um dort Interessenten auf dich aufmerksam zu machen. Nutze hier 5€ am Tag und lasse dies ein paar Tage auf unterschiedliche Zielgruppen laufen. Als nächsten Schritt kannst du eine „Cookie/Pixel Liste“ aufbauen, die du dann bei der Zielgruppenverwaltung in den AdWords-Einstellungen laufend auf deren Größe überprüfen und noch besser nutzen kannst! Diese Zielgruppe hat mit deinem Video interagiert, sprich du hast schon mal ein Feld an Interessenten erzeugt, auf die du später – mittels Anzeigen – zurückgreifen kannst.

Zielgruppenaufbau Youtube

Nutze diese Liste dann – vorausgesetzt die Liste ist größer als 1.000 Leute im Suchnetzwerk – als Zielgruppe in deiner Suchkampagne. Tipp: Benutze hier die Ausrichtung „beobachten“, da wir uns nicht ausschließlich auf die Zielgruppe konzentrieren wollen – ist noch zu klein!

Youtube Audience

Was du dann bekommst, ist eine immer größer werdende Liste mit Menschen, die dein Video gesehen haben. Wenn jemand von der Liste bei Google nun nach der Leistung sucht, die du anbietest, kannst du dann mit einer Anzeige erscheinen und hast schon mal den Vorteil, dass du als Youtube-Werbung erschienen und somit bekannt bist.

4. Das solltest du mitbringen: Geduld & Zeit!

Unternehmer zu sein bedarf zweier wichtiger Komponenten: Zeit & Geduld! Das ist auch gar kein Problem, denn wenn du wirklich Leidenschaft mitbringst für das, was du auf die Beine stellen willst, wirst du die – vor allem schwierige – Anfangszeit sehr gut überstehen!

Wichtig ist nur, dass du dranbleibst! Lass auf kleiner Flamme die Kampagnen laufen, sammel Daten und bau dir deine Zielgruppe sukzessiv auf. Reserviere dir im Kopf ein Marketingbudget, das du gedanklich abgestempelt hast. Das Budget ist da, um ausgegeben zu werden und im besten Fall Interaktionen hervorzurufen. Das befreit dich dann auch von dem Stress, der damit verbunden ist, wenn du am Anfang noch in der Findungs-Phase bist. Das Finden der richtigen Strategie, Botschaft und vor allem Zielgruppe ONLINE ist schwierig, aber es haben schon mehrere Millionen Menschen vor dir geschafft und du wirst es auch schaffen!

Wenn du allerdings nur nach dem Geld gehen solltest und dir das am Wichtigsten ist, dann verkaufe entweder unterschiedliche Produkte auf Amazon oder geh ins Trading 🙂

Viel Erfolg weiterhin auf deinen ersten Schritten im Bereich „bezahlte“ Werbung! Für Fragen nutze gerne die Kommentarfunktion oder tritt meiner geschlossenen Facebook Gruppe bei:

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