Google-Shopping-Anzeigen gehören für Online-Shops, meiner eigenen Erfahrung nach, zu den profitabelsten unter allen Kampagnen. Sie sind zudem sehr einfach einzurichten und du musst nur drei Parameter bedienen!

Was sind Google Shopping Ads?

Google Adwords Shopping Anzeigen sind die bunten Bilder, die du über den ersten Suchergebnissen siehst. Diese tauchen sowohl auf dem Reiter „All“ als auch bei „Bilder“ sowie „Shopping“ oberhalb der organischen Suchergebnisse auf. Hier einmal die Darstellungsweise der Shopping-Anzeigen für den Suchbegriff „Iphone Hülle“:

Am Anfang habe ich mich ständig gefragt, wie man dort gelistet wird…

Nach gründlicher Recherche und dem Einrichten diverser Online-Shops für Kunden, hat sich für mich ein klarer Prozess entwickelt, den ich dir im folgenden vorstellen möchte. Leider gab es zu damaliger Zeit keine vernünftigen Videos oder Blog-Artikel dazu, so dass ich mir aus unterschiedlichen Quellen Bausteine für die Einrichtung der Adwords-Shopping-Kampagnen zusammensuchen musste. Diese Anleitung findest du jetzt komprimiert in diesem Artikel!

Das wirst du in diesem Artikel lernen:

  • Es handelt sich hierbei um die Einrichtung einer Shopping-Kampagne ausschließlich für Online-Shops, welche WordPress bzw. Woocommerce nutzen.
  • Es wird ein Plug-In verwendet um einen „product feed“ zu erzeugen, den wir dann im Merchant-Konto importieren werden.
  • Nachdem dies geschehen ist, verknüpfen wir das Ganze mit deinem Google Adwords Account und legen die erste Kampagne an.

Vorteil von Shopping Anzeigen:

  • Extrem einfach anzulegen.
  • Du brauchst KEINE Keywords festlegen, da Google das automatisch – basierend auf den Inhalten deiner Produktseiten – für dich macht.
  • Die einzigen Parameter, die du verändern kannst, sind: Negative Keywords, Zielgruppen und die Priorität deiner Shopping-Kampagne im Zusammenhang mit deinen anderen Shopping-Kampagnen. (Google Shopping Ads für Fortgeschrittene).

Bereit loszulegen?

1. Google Shopping Product Feed Erzeugen

Der Product Feed ist für Google Shopping Anzeigen das Wichtigste, da dort regelmäßig deine Produktdaten an Google übergeben, sowie abgeglichen werden. Das garantiert, dass du ständig aktuelle Informationen in deinen Basisdaten hast. Du kannst auf unterschiedliche Art und Weise deine Produktdaten übermitteln. Manche nutzen z.B. Google Tabellen, um Produktdaten zu übergeben.

Ich nutze hier einen Product Feed – und das wäre auch meine Empfehlung an dich – und keinen manuellen Upload, da ich mich nur einmal um die Einrichtung kümmern möchte und nicht ständig neue Artikeldaten in Tabellen einpflegen möchte.

Für einen Product Feed nutze ich ein kostenloses Plug-In. Ich habe auf der unten gezeigten Seite fast alle Plug-Ins getestet und für mich hat sich dort nur ein Gewinner etabliert: WooCommerce Product Feed Manager von RexTheme.

Beim Rest konnte ich zwar einen funktionieren Product Feed erzeugen, aber der Import hat irgendwie nicht geklappt bzw. vielleicht war ich auch nur zu ungeduldig. Mit dem Plug-In von RexThemes hat es sofort geklappt – und das ist ja auch das. was zählt.

Wie richte ich den “Product Feed” ein?

Nachdem du das Plugin installiert hast, erscheint auf der linken Seite in deinem Backend das folgende Menü.

Bitte klicke hier auf „Produkt-Feed“ und dann auf „Neuen Feed hinzufügen“.

Vergebe nun einen Namen für deinen Feed.

  • Produkte: Wähle die Produkte aus, die du bewerben möchtest. Hier kannst du auf die Grundeinstellungen von WooCommerce zurückgreifen, in dem du z.B. nur Kategorien auswählst oder alle veröffentlichten Produkte. Mein Tipp hier: Erstelle saubere Kategorien in WooCommerce und nutze diese Kategorien als Segment für deine erste Shopping Kampagne – es ist egal, ob dort nur ein Produkt enthalten ist. Warum Kategorien? Die Optimierung von laufenden Kampagnen wird dadurch sehr effizient!
  • Aktualisierungsintervall: Ich nutze hier täglich.
  • Produktvariationen einschließen: Klicke auf ja, wenn du Varianten hast.
  • Übergeordnetes Produkt einschließen: Je nachdem, ob du ein gruppiertes Produkt hast, auf ja oder nein.

Wir gehen nun eine Sektion weiter nach unten und sind in der Feed-Konfiguration.

  • Händlerart: Wähle hier Google Shopping aus, da nun die richtige Vorlage für Google Shopping ausgewählt wird. 😉
  • Dateiformat: XML.

Du müsstest jetzt die folgende Übersicht sehen:

Hinweis: Hier bitte NUR ganz unten bei Manufacturer (brand) deinen Markennamen eingeben und wir wären mit der Einrichtung vom Product Feed fertig!

Hintergrundinfos zum Product Feed:

Dein Feed ist eine Art Tabelle, die aus den Daten deiner Produkte erzeugt wird. Diese aktualisiert sich nach deinen Einstellungen nun täglich. Diese Art von Tabelle hat auch eine URL. Das ist die sogenannte Feed URL. Die Feed URL ist sehr wichtig, da wir diese im Merchant Center von Google hinterlegen müssen. Es ist quasi so, als ob du eine permanente Verbindung zwischen deinen Produktdaten in diesem WooCommerce Shop mit dem Google Merchant Center aufbaust. Dieser übergibt die Daten dann letztendlich an Adwords. Das Google Merchant Center ist vergleichweise wie eine Datenaufbereitungsplattform.

Kurz: Die Feed URL ist auf dem Reiter “ALL PRODUCT FEEDS” zu finden.

2. Einrichtung Google Merchant Center:

Link zum Merchant Center von Google:https://merchants.google.com

Das Merchant Center verwaltet, grob gesagt, deinen Product Feed und beinhaltet zudem noch weitere Einstellungsmöglichkeiten, wie Versandoptionen etc…

So sieht das Merchant Center aus:

Als erstes gehen wir auf “ARTIKEL” und dann auf “FEEDS” und klicken dort das “PLUS”-Zeichen, um unseren Hauptfeed hochzuladen. Um den Hauptfeed hochzuladen sind 3 Schritte notwendig:

Schritt 1: Grundlegende Informationen

Drücke hier auf WEITER um zu Schritt 2 zu kommen.

Schritt 2: Name und Eingabemethode

Bitte benenne deinen Hauptfeed und wähle den GEPLANTEN ABRUF aus, da wir einen Datenfeed hochladen wollen, den wir mittels Webseite hosten und zu regelmäßigen Zeiten aktualisiert wollen.

Schritt 3:

Dort, wo der rote Pfeil hinzeigt, ist das Feld für die Feed URL, die du bei WooCommerce mithilfe des Plug-Ins erzeugt hast. Die URL findest du, wie gesagt, im Hauptmenü des Plug-Ins in Woocommerce.

Dein Hauptfeed müsste jetzt erfolgreich eingerichtet sein. Drücke jetzt auf “JETZT ABRUFEN” um die Daten zu übermitteln.

So müsste das jetzt bei dir aussehen nachdem du auf jetzt abrufen gedrückt hast.

Nachdem dein Feed verarbeitet wurde, erscheint nach circa 2-4 Minuten eine Statusanzeige. Es kann sein, dass dein Feed einige kleine Schwierigkeiten hat und am Anfang nicht erfolgreich verarbeitet wird. Die Statusanzeige zeigt dir, um welche fehlerhaften Produkte/Einträge es sich handelt. Meistens sind das in WooCommerce einige Felder, die nicht richtig gefüllt worden sind, wie z.B. GTIN oder ähnliches. Gehe zurück zu WooCommerce und optimiere deine Daten bis es heißt “0 Artikel mit Problemen”.

Hier sei an dieser Stelle gesagt, dass die erste Verarbeitung des Feeds in der Regel 2-3 Werktage benötigt. Der Grund dafür ist ganz einfach: Du übermittelst Google einen neuen Feed / Produkte, die Google erst einmal „crawlen“ muss. Google muss sich die relevanten Daten ziehen, sowie interpretieren, um deine Produkte für relevante Keywords zu schalten.

Was du währenddessen tun kannst:

Verknüpfe deinen Feed mit deinem Google Adwords Account. Das machst du, indem du in den Einstellungen im Merchant Center (oben rechts) auf Kontoverknüpfung gehst.

Nutze deine 9-stellige Adwords Nummer, um dein Adwords Konto zu verknüpfen.

Gleichzeitig musst du auch innerhalb von Google Adwords das Merchant-Center-Konto bestätigen. Gehe nun zu Google Ads und klicke bei TOOLS auf VERKNÜPFTE KONTEN:

Du kommst dann auf die folgende Übersicht. Wähle hier nun das Google Merchant Center aus:

Füge die Verknüpfung hinzu. So müsste es nun in deinem Adwords Account aussehen:

Perfekt! Der erste Meilenstein ist geschafft! Wir haben bei WooCommerce einen Product Feed erzeugt und diesen erfolgreich im Merchant Center eingerichtet. Jetzt kommen aber noch die kleinen feinen Details, bevor es mit der ersten Shopping Kampagne losgehen kann!

Versand im Merchant Center einstellen

Wir gehen ins Merchant Center von Google…

Klicke dazu auf VERSAND auf der linken Seite. Hinweis: Ich nutze eine Versandkostenpauschale, deswegen zeige ich dir wie ich diese eingestellt habe. Wenn du z.B. für unterschiedliche Artikel andere Versandkostenpreise hast, kannst du das auch einstellen! In jedem Fall möchte Google, dass du Versandoptionen einstellst!

Klicke auf das PLUS um einen Versandservice einzustellen.

Wenn du das Einzugsgebiet – zweite Auswahlmöglichkeit auf der Seite – auswählst, erscheinen weitere Einstellungen, wie Lieferzeit und co. Fülle diese Einstellungen mit deinen gewünschten Daten wie Lieferzeit bzw. Transportzeit / Mindestbestellwert.

Klicke ganz unten auf VERSANDPREISE und lege hier einen Versandpreis fest. In meinem Fall ist es eine Versandkostenpauschale von 3,55€.

Übermittel dies durch das Bestätigen der Tasten ganz LINKS unten am Bildschirmrand!

Und fertig ist die Einrichtung!

3. Google Shopping Kampagne in Adwords erstellen

Wir haben nun einen Product Feed erzeugt und diesen erfolgreich im Merchant Center eingerichtet. Nachdem der Feed von Google erfolgreich “ge-crawlt” worden ist, können wir endlich mit dem spaßigen Teil loslegen: Die erste Shopping Kampagne in Adwords einrichten!

Gehe in das  Google Adwords Backend und erstelle eine neue Kampagne. Dieses Mal nutzen wir aber Shopping als Kampagnentyp.

Jetzt müsste bei dir, etwas weiter unten, dein Product Feed angezeigt werden (hier im Bild weiß, da unkenntlich gemacht!). Wenn das nicht der Fall ist, check bitte noch mal, ob du alle Verknüpfungen richtig gelegt und bestätigt hast!

Wähle für den Start auf jeden Fall die Standard-Shopping-Kampagne aus.

Die folgenden Schritte müssten intuitiv sein: Vergib einen Kampagnen-Namen, stelle das Gebot auf Manueller CPC, lege dein Tagesbudget fest…und jetzt kommt eigentlich das WICHTIGSTE: Die Priorität deiner Kampagne!

Das ist womöglich die mächtigste Funktion bei Shopping Anzeigen, da wir bei dieser Art von Kampagne keine wirklichen Steuerungsmöglichkeiten haben. Denn: Google wählt selbst die Keywords aus, für die unsere Produkte durch den Product Feed angezeigt werden….richtig, Google macht es selbst! Das kann positiv, aber auch negativ sein…eine Faustformal sagt jedoch: Überlasse NICHTS dem “Google-Zufall”. Deswegen ist es wichtig, dass wir alle Parameter die es zu steuern gibt, auch MANUELL nutzen.

Wie wir Google Shopping Anzeigen steuern könnten!

Die einzigen Parameter, die wir bei Shopping Ads verändern könnten, wären „negative Keywords“ als auch die Auswahl der „Zielgruppen“. Zusätzlich dazu gibt es  die Kampagnenprioritäten!

Die Priorität kommt erst dann zum Tragen, wenn mehrere Shopping Kampagnen gegeneinander laufen und Google dann “priorisieren” muss, welche Kampagne als erstes ausgespielt wird – es ist wie ein Ampel-System. Wenn beide Kampagnen noch viel Budget haben und alle Bedingungen sonst auch gleich sind, schaut Google als ERSTES auf die Priorität. Wenn wir eine Kampagne mit der Priorität HOCH haben, dann wird diese auch als erstes ausgespielt. Danach die mit mittel und so weiter.

Warum benötigt man Prioritäten und wie kann das zu unserem Vorteil werden?

Du kannst hiermit diverse Shopping-Ads-Strategien fahren!

Du erstellst z.B. drei Kampagnen mit unterschiedlichen Prioritäten und wählst für die erste Kampagne die Priorität HOCH, aber die Gebote sind niedrig. Hier musst du aber darauf aufpassen, dass du auch Keywords ausschließt, die in den anderen Kampagnen vorhanden sind. Somit erzeugst du einen Trichter, wo du z.B. mit einigen Kampagnen nur auf explizite Suchanfragen bietest und gleichzeitig aber Kampagnen hast, die ständig neue Klicks generieren und für neue Keywords angezeigt werden.

Dazu folgt aber noch mal eine ausführliche Erklärung in einem weiteren Beitrag.

…Weiter in der Kampagnen-Erstellung:

Entferne nun den Haken bei “Suchnetzwerk-Partner einbeziehen” und klicke auf weiter.

Wähle jetzt für den Start erstmal den Produkt-Shopping-Anzeigetyp aus, stelle dein Gebot ein und fertig ist deine erste Google Shopping Anzeige!

Wir sind aber noch nicht ganz am Ende…jetzt kommen wieder die kleinen Details, da ich dir ja eine vollständige erste Einstellung deiner Shopping-Kampagne geben möchte!

Wir gehen wieder zurück in die allgemeine Ansicht und klicken auf der LINKEN SEITE PRODUKTGRUPPEN an.

  • Produktgruppen & Gebote festlegen: Lege hier pro Untergruppe noch mal separate Gebote fest. So kannst du natürlich deinen Produktkatalog auf Basis von maximalen Geboten steuern. Das erinnert an Keywords aus den Suchkampagnen, oder? 🙂

  • Keywords: Gehe auf den Tab KEYWORDS und versuche im Vorfeld schon mal einige negative Keywords mit auszuschließen. Dies ist besonders effektiv , um genau dafür nicht gelistet zu werden und unnötig Geld auszugeben. Anhaltspunkte wären: Wettbewerber-Produkte, besondere Größen, die du nicht anbietest, etc. Auf dem Reiter Suchbegriffe siehst du dann die Suchbegriffe, die dein Product Feed erzeugt. Da würde ich am Anfang täglich reinschauen.

Wofür ranke ich dann eigentlich?

Google nutzt deinen Produkttitel und die Daten aus deiner Beschreibung, um dich für relevante Suchanfrage anzuzeigen. Für diejenigen, die sich bereits mit Keyword Match Types auskennen, hier kann man davon ausgehen, dass es eine sehr breit gefasste Keyword-Option ist. Sprich, es werden Synonyme zu deinem Produkt gebildet, so dass es sehr schnell teuer werden kann.

  • Zielgruppen: Hier kannst du z.B. ähnliche Zielgruppen mit hinzufügen oder vorhandene Webseitenbesucher, die du womöglich im Re-Marketing noch mal ansprechen möchtest. Hier gilt es Zielgruppen zu testen unter der Einstellung, dass du dich nicht ausschließlich auf die Zielgruppe fokussierst und für nichts anderes rankst, sprich: Nutze die Ausrichtung “beobachten”.

So, und wir wären wieder mal am Ende dieses Tutorials. Ich hoffe, dir hat das geholfen deine erste Shopping Kampagne anzugehen!

Viel Spaß beim Verkaufen!