Online Shop Besitzer kennen das sicherlich…es ist gar nicht so einfach ein physisches Produkt über den eigenen, neu aufgebauten Webshop zu verkaufen. Auf Amazon verkaufen kann schließlich jeder, aber wenn es sich um den unabhängigen Markenaufbau mittels Webshop dreht, wird es oftmals schwierig.

Diese Fragen dürften dich besonders beschäftigen :

  1. Auf welcher/welchen Marketing-Plattform/en sollte ich werben?
  2. Wie viel Werbebudget muss ich ausgeben, um einen echten Abschluss hinzubekommen? Der sogenannte “CPA” (Cost-Per-Acquisition)
  3. Wie hoch darf für mich dieser CPA eigentlich sein, damit ich noch profitabel bin?
  4. Wie gehe ich vor, um nicht zu viel Budget zu verschwenden?

Schon mal vorweg: Du solltest bei der heutigen Vielzahl an Plattformen vieles ausprobieren, um ableiten zu können, wo du wirklich profitable Verkäufe erzielst. Es ist oftmals nicht nur eine Anzeige auf einer Plattform. Es ist häufig auch ein Mix aus unterschiedlichen Kanälen wie z.B. Youtube Ads plus Facebook Ads. Dein Ziel sollte es sein die Plattform zu finden, auf der du profitabel Kunden akquirieren kannst…in unserer Sprache: Den idealen Ziel-Conversion-Wert finden.

Wie funktioniert nun Online Marketing für Online-Shops?

Der klassische Einstieg ist ein Mix aus Social Media Ads sowie SEA (Search Engine Advertising). Social Media Ads primär für den Markenaufbau und SEA um Interessenten direkt abzugreifen, die in der Customer Journey kurz vor dem Abschluss / Kauf sind. SEA-Kampagnen sollten deine profitabelsten Kampagnen werden, wenn du es klug anstellst.

Social Media Ads = Video ist King!

Für den Markenaufbau durch Social Media Anzeigen empfehle ich als Medium Video! Warum? Schnellere Glaubwürdigkeit, fast niemand liest mehr Anzeigentexte im Social Media Feed und die Möglichkeit das Produkt innerhalb weniger Sekunden ordentlich zu kommunizieren.

Nutze hier Facebook Video Ads und Youtube Pre-Roll Ads und teste so viele Zielgruppen wie möglich aus. Die entscheidende Variable bei Social Media Ads sind die Zielgruppen, da reichen ggf. schon zwei Anzeigentexte aus, die du z.B. auf 5-8 Zielgruppen testest. Achte hier auf Signale unter den Anzeigen wie “Gefällt mir” oder “Geteilter Beitrag”. Man spricht hier in der Industrie von einem guten Verhältnis von 10:1! 10 Gefällt mir Angaben auf einem geteilten Beitrag.

Achte auch darauf, dass du ebenso ein kurzes Video (um 0:30 Sekunden) und ein etwas längeres (1-2 Minuten) Video gegeneinander testest, da jeder Mensch unterschiedliche Präferenzen hat.

Such-Kampagnen & Shopping-Kampagnen

Auf der anderen Seite nutze Google Ads – hier speziell Such- oder Shopping-Kampagnen – um sehr relevante Suchanfragen auf deine Produktseite / Landing Page zu leiten. Wie du eine Such-Kampagne angelegt findest du in diesem Beitrag:

Empfehlung: Meine erste Adwords Kampagne einrichten

Kurzanleitung: Google Shopping Ads einrichten

Shoppping-Kampagnen sind noch mal eine ganz andere Herausforderung. Hier ist es wichtig, dass du einen ordentlichen Product Feed erzeugst und diesen mit dem Google Merchant Center verbindest. Hier eine ganz kurze Schritt für Schritt Anleitung (Ausarbeitung dazu folgt):

  1. Lade dir für dein Shopsystem ein Plug-in runter, das einen Product Feed erzeugen kann.
  2. Lege den Product Feed an – nutze hier idealerweise Kategorien nach denen du deine Produkte segmentierst – alles in einen Feed zu knallen, halte ich für nicht sinnvoll.
  3. Lege dir einen Google Merchant Center Account an und verküpfe den Product Feed mit dem Merchant Center.
  4. Vernüpfe den Google Merchant Center Account mit deinem Google Adwords Account.
  5. Nachdem alles eingerichtet ist, übermittel deinen Feed an das Merchant Center. Dieser Prozess dauert circa 2-3 Werktage (Stand März 2019), da Google erstmal alle deine Produkte „crawlen“ muss.
  6. Sobald alle Produkte ge-crawlt, sowie bestätigt worden sind, gehe in Google Adwords und erstelle deine erste Shopping-Kampagne.
  7. Lege erst einmal eine ganz normale Shopping-Kampagne an. Zu den Details komme ich in einem späteren Blog-Beitrag noch mal, denn hier ist es wichtig die unterschiedlichen „Kampagnen Prioritäten“ zu verstehen.
  8. Du wirst feststellen, dass du fast gar nichts einstellen kannst außer negative Keywords & Zielgruppen. Google nutzt die Daten aus deinem Product Feed (Titel & Beschreibung) und generiert selbst dafür die Anzeigen sowie die Einblendungen.
  9. Google Shopping Anzeigen können extrem profitabel sein, wenn sie ordentlich angepasst & optimiert werden. Bei mir sind Shopping-Kampagnen immer mit unter den Top 3 Kampagnen.

So bis hier ist eigentlich alles trivial und machbar. Was aber eigentlich das WICHTIGSTE bei Online-Marketing-Kampagnen bei Online-Shops ist, ist das sinnvolle Conversion Tracking:

Tutorial: Conversion Tracking über den Google Tag Manager Einrichten

Jegliche Kaufimpulse aufzeichnen

Was ich sogar bei meinen Agentur-Kunden oft reklamiere, ist dass sich niemand wirklich Gedanken um das Conversion Tracking des gesamten „Verkaufspfades“ macht! Es wird nur der Kaufabschluss als einzige Conversion erfasst, aber dass jemand 5x auf den „Jetzt Kaufen“ Knopf im Checkout drückt oder auf 10 unterschiedlichen Produktseiten war, wird links liegen gelassen! Du solltest wissen, dass es vor allem beim Online Marketing für E-Commerce Shops, um das Identifizieren von Kaufimpulsen geht!

Was sind Kaufimpulse?

  • Jemand geht auf eine Produktseite und schaut sich ein Produkt an.
  • Jemand legt einen Artikel in den Warenkorb
  • Jemand besucht den Warenkorb.
  • Jemand erhöht die Menge im Warenkorb.
  • Jemand fügt einen Artikel zur Wunschliste hinzu.
  • Jemand geht in den Bezahlvorgang.

Dies muss ordentlich erfasst, analysiert sowie optimiert werden!

Wie geht dies nun technisch in Adwords? Ganz einfach!

Lege einfach pro Schritt eine eigene Conversion an. Beispiel: Conversion „Produktseite erreicht“. Wie kannst du diese nun erfassbar machen? Ganz einfach, mit Hilfe des Google Tag Managers:

  • Lege ein neues AdWords Tag an.
  • Nutze die Conversion Id und Label welches du aus AdWords erzeugt hast und füge die in dein neu erzeugtes Tag ein.
  • Erstelle einen neuen Trigger.
  • Dieser Trigger soll die URL abbilden / inkludieren, die deine Produktseite auszeichnet. Dies wäre zum Beispiel https://khangsshop.de/produkt/….Hier kannst du zum Beispiel die Auswahl nutzen: „Path URL enthält…“
  • Speicher dein Tag ab und teste ihn im Preview Modus auf Richtigkeit.

Voila! Wir haben den ersten Tag erstellt!

Dies machst du jetzt mit allen anderen oben erwähnten Stationen und siehe da: Dein Webshop erhält eine ganz andere Reporting Qualität als vorher.

Dein Vorteil: Mehr Sichtbarkeit im gesamten Pfad!

  • Jetzt siehst du plötzlich wie manche Keywords oder Kampagnen doch nicht so schlecht performt haben.
  • Du kannst Signale nun nutzen um darauf aufzubauen: wie z.B. mit Remarketing Kampagnen (alle Interessenten, die den Warenkorb verlassen haben und nichts gekauft haben).
  • Du hast auf einmal mehrere Zielgruppen aus denen du lookalike / ähnlich aussehende Zielgruppen erzeugen kannst.
  • Und das Wichtigste: Du hast jetzt das Grundprinzip vom Conversion Tracking mittels Google Ads in Online Shops verstanden, jetzt kannst du dies für Bing, Facebook und weitere Plattformen einrichten. Schaue dir auch das Enhanced E-Commerce Tracking von Google Analytics an, denn das ermöglicht es dir spielerisch herauszufinden welcher Traffic-Kanal wirklich profitabel für dich ist! (wahrscheinlich organischer Traffic durch Markenaufbau ?)

Viel Spaß bei der Umsetzung!