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Landing Page Grundlagen

Landing Pages – Die wichtigste Stelle in deinem Growth Hacking Prozess

Was ist eigentlich eine Landing Page?

Im digitalen Marketing wird eine Landing Page als eine Seite / Unterseite definiert, die nur einen ganz bestimmten Zweck verfolgt.  Sie ist typischerweise genau auf ein Thema, ein Produkt oder Dienstleistung gemünzt. Daher ist eine Landing Page 95% auch ungleich der Startseite einer Homepage. Die Startseite einer Homepage beinhaltet meistens den gesamten Service, der angeboten wird. In einem E-Commerce Shop besteht die Startseite z.B. aus verschiedenen Produktkategorien, wobei eine Landing Page dieses Stores ein bestimmtes Produkt darstellen kann.

Der Begriff „Landing“ kommt daher, dass es die erste Seite oder die erste Berührung ist, wo der Besucher das erste Mal nach dem Klicken einer Anzeige oder Link drauf weitergeleitet wird.

Wichtig: Die Landing Page hat nur ein einziges Ziel. Sie soll dafür sorgen, dass der Besucher eine gewünschte Aktion durchführt. Diese Aktion wird dann als echte Conversion definiert. Was kann so eine Aktion sein? Die typischen Aktionen sind:

  •  „Download eines Info-Produktes“
  •  „Anmeldung zu einem Webinar / Online Seminar“
  • „Ausfüllen eines Kontaktformulars“ oder
  • „eine direkte Gesprächsbuchung“

Diese verschiedenen Typen, spiegeln sich auch in der Klassifizierung der Landing Pages wider. Es gibt z.B. Lead Generation Landing Pages mit dem einzigen Ziel eine Email Adresse einzusammeln. Es gibt „Clickthrough“ Landing Pages die einfach nur weiterleiten auf den Bezahlvorgang und und und….

Was ist das Ziel einer Landing Page?

Das Ziel ist es, die Landing Page so präzise und spezifisch zu machen, dass sich die Chance auf das Zielvorhaben erhöht. Die Landing Page ist nichts anderes als ein klassisches Verkaufsgespräch – nur digital und statisch. Deswegen ist aller Anfang ziemlich schwer. Man weiß nicht genau, wo man anfangen soll. Was schreibe ich in die Überschrift und wie baue ich so eine Landing Page eigentlich auf?

Merke dir eins dazu:

  • Die perfekte Landing Page beantwortet ALLE Fragen eines Interessenten, nimmt ihm alle innerlichen Hürden und sorgt dafür, dass er ohne Zweifel und Risiko den nächsten Schritt gehen kann.
  • Eine Landing Page ist meistens die Verlängerung deiner Anzeige. Schreibe die Inhalte genauso, wie du sie auch in deiner Anzeige dargestellt hast. Nichts ist nerviger, als wenn du durch eine Anzeige auf eine Webseite kommst und du dort nicht das wiederfindest, wofür du eigentlich geklickt hast.
  • Halte deine Landing Page so sauber wie möglich und verhindere zu viel Ablenkung.
  • Nutze für jedes Produkt oder Dienstleistung eine neue Landing Page. Nutze ebenso für jedes Angebot (z.B. 20%, 30% oder Buy 1 get 1 free) eine neue Landing Page.

Bestandteile einer gut konvertierenden Landing Page:

  1. Eröffne die Seite mit der Verlängerung deiner Anzeige
  2. Stelle sicher, dass viele Call-To-Action (CTA) Buttons auf der Landing Page eingebettet sind. Ein CTA Button ist ein Knopf – z.B. „Jetzt kaufen“ – der zur gewünschten Conversion weiterleitet.
  3. Zeige das Produkt oder die Dienstleistung in Aktion. Die Interessenten wollen sehen, wie es funktioniert oder was sie erwarten wird.
  4. Halte deine Landing Page sehr sauber, wie z.B. keine Navigation oder störende Pop-Up Banners.
  5. Baue authentische Testimonials mit ein. Ja, Kunden die über dich oder dein Produkt sprechen.
  6. Schreibe keine ewigen Romane, sondern bleib sehr klar und präzise in der Wortauswahl
  7. Stelle sicher, dass es auch für Desktop als auch für Smartphone optimiert ist.
  8. Nutze ggfs. eine Vorlage, so dass du nicht von null starten musst.
Beispiele:

Hier einmal einige Beispiele von guten Landing Pages, die ich von der Seite UNBOUNCE gefunden extrahiert habe:

Hier ein Praxistipp:

Wenn du nun auch mit der Erstellung deiner Landing Page starten willst, suche über Google einfach in deiner Industrie nach unterschiedlichen Wettbewerbern. Gehe auf ihre Seite und schaue dir pro Untergruppe / Kategorie an wie die Landing Pages dafür aufgebaut sind. Dadurch erhältst du Informationen über die Inhalte und natürlich auch die Angebote, die deine Wettbewerber aktuell am Markt haben.

Für einen brandaktuelle Landing Page Designs, besuche einfach die größten Firmen die dir einfallen. Die haben meistens immer sehr gut durchgetestete Designs. Hier kannst du annehmen, dass das aktuelle Design, das mit der höchsten Conversion Rate ist.

Checkliste vom Podcast Landing Page School aus den US: 

1. Klarheit: Verstehe ich das große Ganze der Seite

2. Relevanz: Kann es mir wirklich bei meinem Problem helfen? 

3. Design: Gefällt mir das Design?

4. Social Proof: Hat das Produkt / Dienstleistung auch anderen Menschen bereits geholfen?

5. Trust: Gibt es Logos, Videos oder ähnliches der Firma, um zu sehen, wer dahinter steckt?

6. Einzigartigkeit: Wie einzigartig ist das Angebot im Gegensatz zum Wettbewerb?

7. Nächster Schritt: Was muss ich tun, wenn ich mich für das Angebot interessiere?

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Dynamische Remarketing Kampagne mit Google Ads

Dynamisches Remarketing mit Google Ads

In diesem Tutorial möchte ich dir zeigen, wie du in wenigen Schritten das dynamische Remarketing für deine Google Ads Anzeigen – speziell das Remarketing über das Google Displaynetzwerk – aufbauen kannst.

Dynamisches Remarketing ist ein starkes Tool um Webseitenbesucher ohne Kaufabschluss wieder zurück auf deinen Shop zu lenken. Bei den meisten Shops ist diese Art von Anzeigen die profitabelste, denn sie spricht Besucher an, die bereits extrem nah an einer Kaufentscheidung sind. Besonders empfehlenswert ist auch die Verwendung der dynamischen Produktanzeigen über Facebook (DPA – Dynamic Product Ads).

dynamische remarketing

Warum ist dynamisches Remarketing so effektiv?

Es ist momentan eine der wenigen Möglichkeiten, um Webseitenbesucher personalisiert wieder anzusprechen. Sprich, wenn Webseitenbesucher auf Eurem Shop waren und sich dort einige Produkte angeschaut haben, könnt ihr diese angeschauten Produkte mittels dynamischem Remarketing an die jeweiligen Nutzer wieder ausspielen. Der Vorteil ist, dass es extrem persönlich ist und du nicht viel mehr kommunizieren musst, da der User eure Marke und eure Produkte kennt und ihm/ihr nur noch wenige Dinge fehlen, um den Kaufvorgang abzuschließen. Was das im speziellen ist, müsst ihr natürlich testen. Warum es zum Kaufabbruch gekommen ist, ist natürlich schwer zu ermitteln: Der Postbote hat geklingelt, das Kind geweint, der Hund musste raus, dein Produkt war in dem Moment zu teuer, man musste aus der Bahn aussteigen…Das muss alles sorgfältig getestet werden. Dafür ist das dynamische Remarketing natürlich wie gemacht!

Wie funktioniert das dynamische Remarketing?

Sobald ein User die Cookies auf deiner Webseite akzeptiert hat, wird in seiner Session sein Webseiten-Verlauf gespeichert. Jede Seite hat bestimmte Daten, die man verwenden kann: So ist z.B. auf einer Produktseite die Produkt ID oder der Preis für die weitere Verarbeitung von sehr großer Relevanz.

Beispiel: Geht nun ein Besucher auf eine Produktseite wird die jeweilige Produkt ID mit seiner Session in Verbindung gebracht. Es kommt also zu einer Art individueller Liste pro Cookie (Nutzer). Diese Liste kann man dem User dann auf unterschiedlichen Seiten durch das dynamische Retargeting wieder ausgeben.

Im Idealfall wird der User durch so eine Art von Anzeige wieder auf euren Shop aufmerksam gemacht und fährt mit seinem Einkauf fort.

Die Grundvoraussetzungen:

Bevor wir uns zu sehr im Detail verlieren, hier einmal die Grundvoraussetzung, die du beherrschen solltest, um dynamisches Remarketing für deinen Shop einzurichten:

Hinweis: Es gibt nicht nur diese eine Möglichkeit! Es ist jedoch für mich persönlich das Einfachste als “Nicht-ITler” gewesen!

1. Google Ads ist eingerichtet (hier)

Wichtig ist, dass du bereits einen Google Ads Account hast, um Werbung zu schalten. Falls du das nicht hast, empfehle ich dir einen Google Ads Account einzurichten. Es gibt unterschiedliche Kampagnenarten, aus denen du auswählen kannst. Eine davon wäre das Displaynetzwerk, um mit dynamischem Retargeting zu starten.

2. Google Remarketing ist eingerichtet (hier)

Sobald du deinen Google Ads Account eingerichtet hast, ist es dringend zu empfehlen, das Google Remarketing Tag einzurichten. Damit wird sichergestellt, dass das Tracking überhaupt stattfindet. Denn nur wer getrackt wird, kommt überhaupt für ein Remarketing in Frage. Dazu siehe auch den vierten Punkt “Google Tag Manager ist eingerichtet”.

3. Google Shopping Feed übers Merchant Center ist angelegt (hier)

Zusätzlich solltest du einen Google Shopping Feed angelegt haben. Dieser Datenfeed ist die Grundvoraussetzung für E-Commerce Shopbesitzer, die über Google Ads Werbung schalten. Wie du deinen Datenfeed mittels WordPress/WooCommerce erzeugst, findest du hier.

Der Datenfeed führt übrigens dazu, dass Google die richtigen Produkte im dynamischen Remarketing ausspielen kann. Im Datenfeed ist die Produkt ID enthalten, welche Voraussetzung für das individuelle Ausspielen ist. Es gibt mehrere Möglichkeiten einen Shopping Feed anzulegen. Ich nutze dafür ein Plugin, es geht aber auch mit einer einfachen Excel Liste und den wichtigsten Attributen.

4. Google Tag Manager ist eingerichtet (hier)

Natürlich sollte mittels Google Tag Manager (GTM) ein prinzipielles AdWords Conversion Tracking eingerichtet sein. Wenn du dies bereits kannst, dann ist die Einrichtung des Tags für das dynamische Remarketing in wenigen Klicks möglich.

Schritt 1: Remarketing Variablen aktivieren

Gehe in deinen WooCommerce Shop und stelle sicher, dass du die Remarketing Variablen auch in den Data Layer angestellt hast. Die Anleitung für das verwendete Plugin findest du im folgenden Artikel.

Nachdem du dieses Häkchen (siehe oben im Bild) angestellt hast, müsstest du folgende Daten in deinem Data Layer sehen:

Die Variable google_tag_params ist das, wonach wir suchen. Denn darüber haben wir die Möglichkeit auf die relevanten Remarketing-Daten (wie z.B. auf die Produkt ID) zuzugreifen.

Schritt 2: Google Tag Manager

Als nächstes ist es wichtig, eine neue Variable im Google Tag Manager aufzubauen. Die neue Variable wird genau die Variable sein, die wir im Schritt 1 durch das Aktivieren der Daten erhalten haben. Um die Variable anzulegen ist folgendes notwendig:

Gehe zu VARIABLEN > Erstelle dort eine neue eigene Datenschichtvariable und trage dort google_tag_params ein. Damit wird festgelegt, dass wir auf allen unter der Variable geparkten Daten arbeiten dürfen.

Nachdem du die Variable angelegt hast, gib der Variable einen leicht zu merkenden Namen (z.B. Remarketing Daten) und lege nun ein neues Remarketing Tag an.

Gehe dazu zu TAGS und auf NEU und erstelle ein GOOGLE REMARKETING TAG.

Trage deine Conversion ID ein (wenn du nicht genau weißt, wie das funktioniert – hier alles zum Einrichten von Conversions via Google Ads) und füge nun bei DATENSCHICHT VERWENDEN die neu erstellte Datenschichtvariable {{Remarketing Daten}} ein.

Tipp: Hier hilft es auch, wenn du einfach nur die geschweiften Klammern eingibst, denn Google wird dir dann die Auswahl an Variablen anzeigen, aus denen du wählen kannst.

So müsste es nun richtig aussehen:

Veröffentliche dann die neu eingestellten Tags & Variablen.

Testen nicht vergessen

Du kannst dies natürlich noch mal im Vorschau Modus testen. Schau dir dann jeweils erst einmal über eine generelle Seite an, was dein Data Layer liefert. Sind dort die google_tag_params überhaupt sichtbar? Falls ja, klicke dann anschließend auf eine Produktseite und schaue dir die Daten ebenfalls wieder an. Dort müsstest du jetzt neben dem Namen auch die produkt ID sehen.

Als nächstes klicke auf das neu angelegte Remarketing Tag und schaue dir dort die Daten des Tags an. Dort müsstest du folgendes finden:

Schritt 3: ecomm_prodid feuert Werte? Alles korrekt?

Wenn du alles richtig eingerichtet haben solltest, sollte dann innerhalb von 24h dies in deinem Google Ads Account unter ZIELGRUPPENVERWALTUNG > ZIELGRUPPENQUELLEN > GOOGLE ADS TAG sichtbar sein:

Achte darauf, dass Werte für folgende Variable gefunden werden: ecomm_prodid. Die Definition dieser Variable sagt:

Mithilfe des Parameters zur Produktnummer wird dem Nutzer in der dynamischen Anzeige genau das Produkt präsentiert, das er auf Ihrer Website angesehen hat.

Perfekt! Nun bist du nur noch wenige Schritte von deinem dynamischen Retargeting entfernt!

Schritt 4: Einstellungen in Google Ads

Lege nun eine Display Kampagne an, um mit dem dynamischen Retargeting zu starten. Wähle hier unbedingt deinen Datenfeed aus, denn nur damit kann überhaupt eine Ausspielung stattfinden.

Hinweis an alle Ungeduldigen: WARTET MINDESTENS 24h AB, BIS GOOGLE DIE DATEN ERFOLGREICH SYNCHRONISIERT HAT!

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Allgemeine Tipps zur erfolgreichen Einstellung deiner ersten dynamischen Remarketing Kampagne:

Hier noch vier kleine Tipps, um einen guten Start mit deinen dynamischen Remarketing Kampagnen hinzubekommen.

1. Zielgruppenverwaltung & Gültigkeitsdauer:

Je nachdem wie viel Traffic am Tag auf deinen Shop geht, ist es ratsam seine Remarketing Zielgruppen danach aufzubauen. Hast du am Tag nur 10 Besucher, wovon 3 Leute auf einer Produktseite landen, wäre es sinnvoll die GÜLTIGKEITSDAUER deiner Zielgruppe vielleicht nicht auf 7 Tage zu stellen, sondern auf 14 Tage.

Definition Gültigkeitsdauer:

Die Gültigkeitsdauer ist der Zeitraum, für den Nutzer in Ihrer Remarketing-Liste bleiben, nachdem sie mit Ihrem Unternehmen interagiert haben

Aber im Zusammenhang hiermit, wäre noch folgendes zu beachten…

2….Der Conversion Zeitraum:

Wie lange dauert es, bis jemand ein Produkt von dir im Shop kauft? Dauert es meistens einen Tag, da du Impulspreise (<20€) im Shop hast? Oder kann es schon mal 1-2 Wochen dauern? Was du nicht willst, ist es deinen Webseitbesuchern auf die Nerven zu gehen und Ihnen über Monate dieselbe Anzeige zu zeigen, oder?

Deshalb ist es ratsam z.B. Zielgruppen mit unterschiedlichen Gültigkeitsdauern aufzubauen und diese dann miteinander zu kombinieren. Mögliche Gültigkeitsdauern könnten: 3 Tage, 7 Tage, 14 Tage, etc. sein.

Nachdem du die jeweiligen Zielgruppen angelegt hast, ist es ratsam für deine Remarketing Kampagne unterschiedliche Anzeigegruppen anzulegen.

Ich teste immer die unterschiedlichen Zeiträume gegeneinander, stelle aber sicher, dass es einzigartige Zielgruppen sind und keine Überlappung stattfindet: Alle, die ganz frisch – innerhalb der letzten drei Tage – auf deiner Seite waren, kommen in die erste Anzeigengruppe. Erstelle dann die zweite Anzeigengruppe mit allen Besuchern, der letzten 7 Tage, aber schließe hier die Zielgruppe der 3 Tage aus.

Vermeide diesen Fehler beim Ausschließen:

Ich habe leider am Anfang auf der Kampagenen-Ebene die unterschiedlichen Zielgruppen ausgeschlossen, was natürlich dazu geführt hat, dass nur eine Zielgruppe funktioniert hat (und zwar die, die keinen Ausschluss hatte). Achte deswegen insbesondere darauf, dass du auf ANZEIGENGRUPPEN-EBENE die unterschiedlichen Zielgruppen ausschließt.

3. Frequency Capping:

Sicherlich kennst du auch diese eine nervtötende Werbung von Wix über YouTube? Diese eine Wix-Werbung, die dich in JEDEM YouTube Video verfolgt und die du nicht ausstellen kannst. Genau diese Werbung verfolgt mich seit ungefähr drei Jahren mit exakt demselben Inhalt. Ich habe mir deswegen vorgenommen, dass ich niemals im Leben eine Wix-Seite erstellen möchte, da mich die Werbung sooo dermaßen genervt hat. Um das zu verhindern, nutze auf jeden Fall das Frequency Capping bei der Erstellung deiner dynamischen Remarketing Kampagnen. So läufst du nicht Gefahr zum nächsten Wix-Spamer zu werden und verschreckst nicht deine Kundschaft.

Wie häufig sollte eine Remarketing Ausspielung sein?

Hier ist meine Empfehlung einfach mal zu testen. Ich würde vorschlagen, dass du am Anfang eher aggressiv auf die ersten 3-5 Tage gehst, und dann langsam weniger Ausspielungen einblendest. Ich bin mit Werten wie 10x pro Anzeigengruppe pro Monat ganz gut gefahren.

4. Kann ich sehen wie häufig ausgespielt wurde?

Klaro! Das ist eine neue Funktion in den Kennzahlen von Google Ads, die ich dir nicht verheimlichen möchte. Die Kennzahl heißt „Durchschn. Impr.-Häufigk. pro Nutzer“ und ist zu finden, wenn du auf dem KAMPAGNENLEVEL deines Displaynetzwerkes die REICHWEITENMESSWERTE einstellst.

Fazit:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dynamische Remarketing Kampagnen besser als statische Anzeigen im E-Commerce Bereich funktionieren. Dennoch sind die Werte nicht mal annähernd so gut, wie bei Dynamischen Produktanzeigen über Facebook/Instagram. Dort erziele ich meistens ROAS Werte zwischen 3x – 10x .

Dennoch sind dyamische Remarketing Kampagnen eine gute Chance um eine persönliche Wiederansprache von vorhandenen Webseitenbesuchern zu gewährleisten.

So, ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel geholfen habe, viel Spaß beim Einrichten vom dynamischen Produktanzeigen über Google Ads!

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Retargeting / Remarketing mit Google Ads

Deine erste Google Ads Kampagne steht und du hast womöglich 1-2 Optimierungsschleifen durchgeführt, um endlich die ersten Conversions einzufahren: Negative Keywords eingerichtet, einige Anzeigentexte neu geschrieben und vielleicht ein paar Zielgruppen pausiert. Nun bist du bereit die nächste Optimierungsstufe deiner Google Ads Kampagnen anzugehen und dich beschäftigt seit Tagen das RETARGETING mit Google Ads.

Klar, die Vielzahl an Möglichkeiten erschlägt einen mal wieder, so dass du dir wünscht, einmal strukturiert durchgeführt zu werden?

In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen, wie ich Retargeting für mich und meine Kunden gestalte und wie du dies in Google Ads einrichtest bzw. einfach übernehmen kannst!

Auch lesenswert: Tutorial – Dynamisches Remarketing mit Google Ads >

Grundlagen: Was bringt RETARGETING eigentlich?

Retargeting oder auch Remarketing (Synonyme! Retargeting ist eher mehr bei Facebook Ads in der Verwendung und Remarketing bei Google Ads) ist die Wiederansprache jeglicher Besucher deiner Webseite durch (zusätzlich) bezahlte (!) Kampagnen.

Retargeting kann auf zwei Arten geschehen:

  1. Du hast vorhandenen organischen Traffic und spricht diesen wieder an.
  2. Du hast Traffic über Google oder Facebook eingekauft und möchtest diesen erneut ansprechen.

Zu 1.): Diese Ausgangslage ist womöglich das Beste, was dir passieren kann! Du hast SEO-optimierte Unterseiten die Traffic auf deine Seite bringen und du bezahlst KEINEN einzigen Pfennig dafür, dass Leute auf deine Seite kommen. Hinweis: Wenn du dir die Klick-Kosten anschaust, wofür du “rankst”, dann kannst du dieses Geld gedanklich für relevantere Kampagnen, wie das Retargeting, sofort reservieren! Alles was du dafür benötigst, findest du im folgenden Beitrag von mir und es fängt mit der Einrichtung von Retargeting-Zielgruppen an.

Zu 2.): Circa 70% meiner Kunden sind in dieser Ausgangssituation unterwegs: Die Kunden haben z.B. eine neue Produktsparte, eine neue Landing Page oder sogar eine komplett neue Homepage, welche natürlich keine organischen Webseitenbesucher mit sich bringt. Hier müssen wir zwangsläufig die ersten Webseitenbesucher durch das Aufsetzen von z.B. Google Ads Kampagnen auf die Seite bekommen, nur dann können wir diese – basierend auf Ihrem Verhalten auf der Webseite – wieder erneut. sowie gezielter mit Werbeanzeigen ansprechen!

Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Retargeting mit Google Ads:

So, du willst sicherlich direkt in die Umsetzung springen, oder? Wie setzen wir jetzt am geschicktesten deine erste Retargeting Kampagne auf und vor allem, was gibt es eigentlich für Möglichkeiten bei Google Ads, um Retargeting Kampagnen aufzusetzen?


1. Get-the-damn-basics-right: Retargeting TAG einrichten!

Ja, richtig! Dafür solltest du – wenn nicht schon erledigt – einen separaten Tag einrichten!

Dies geschieht analog, wie du es für dein Conversion Tracking mittels Google Tag Manager für Adwords eingerichtet haben solltest. Falls du dies noch nicht getan hast, gehe bitte zu diesem Beitrag von mir zurück und schaue dir an, wie du deine Seite vernünftig mit Hilfe des Google Tag Managers einrichtest:

Hinweis: Die prinzipielle Einrichtung des Google Tag Managers findest du hier >

Für alle anderen…

…ich gehe nun davon aus, dass du die Grundlagen des Adwords Conversion Tracking sowie den Google Tag Manager kennst?

Gut!

Dann gehen wir in das Google Adwords Dashboard und wählen dort die Zielgruppenverwaltung aus.

Sobald wir dort angekommen sind, wähle bitte auf der linken Seite ZIELGRUPPENQUELLEN aus und wähle das Google Ads-Tag!

Fahre nun mit der Installation fort, indem du den Code vom Remarketing Tag nutzt und diesen im Google Tag Manager einpflegst.

Wichtig ist, dass dein Remarketing Tag – analog Google Analytics Tag oder Facebook Pixel – standardmäßig auf ALLEN Seiten feuert! Dafür nutzt du den Trigger „Alle Seiten“ oder “All Pages”, welcher standardmäßig als einziger Trigger mit im GTM zur Verfügung gestellt wird.

Danach nicht vergessen auf „VERÖFFENTLICHEN“ zu klicken und VOILA: Dein Remarketing Tag ist bereit zum Einsatz und kann nun fleißig Daten sammeln!

2. Die “Zielgruppenverwaltung” als GRUNDLAGE für den Erfolg von Retargeting Kampagnen

An aller erster Stelle soll erwähnt sein: Retargeting ist nicht so einfach wie bei Facebook oder Instagram Ads, da sich das Retargeting anhand der Kampagnen-Arten (Search / Display / Youtube) stark voneinander unterscheidet.

Wichtig für dich zu verstehen ist, dass du dich basierend auf der Zielgruppengröße erst für manche Kampagnenarten qualifizierst!

Einmal kurz in Zahlen: Retargeting Ads für Search Kampagnen wären z.B. erst ab einer Zielgruppengröße von 1000 Cookies möglich! Dazu später aber mehr (Punkt 3).

Wo legst du nun deine Zielgruppen fest?

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Im Google Ads Dashboard
  2. In Google Analytics

Zu 1.): Remarketing Listen in Google Ads einstellen:

Gehe nun im Google Ads Dashboard oben auf TOOLS und klicke auf ZIELGRUPPENVERWALTUNG. Dann müsstest du zu so einer Übersicht gelangen:

Du solltest von Google eigentlich automatisch eingerichtete Zielgruppen haben. Wenn das nicht der Fall ist, dann erstelle bitte deine erste Zielgruppe. Dies ist wahrscheinlich deine größte Zielgruppe, da wir eine Zielgruppe erstellen, die alle Besucher enthält, die auf irgendeiner deiner Seiten unterwegs waren. Klicke auf das „+“ und erstelle eine Zielgruppe für alle Webseitenbesucher.

Hinweise zur Übersicht: Du siehst da einmal über alle Marketing-Plattformen die Anzahl an Nutzern (Cookies) auf die du wieder zugreifen könntest, wenn du diese Zielgruppen verwenden würdest. In der Regel sind die wenigsten bei GMAIL und die meisten im Display-Bereich unterwegs. Es hängt auch immer davon ab, wo deine Startkampagnen eingesteuert werden. Hast du z.B. ausschließlich Suchnetzwerkkampagnen, dann wirst du dort zumindest an erster oder zweiter Stelle die meisten Nutzer sehen.

Gib dort deine Webseiten-URL ein und stelle das Auswahlkriterium so ein, dass es „ENTHÄLT“ aufweist. So gewährleistest du, dass alle Unterseiten mit berücksichtigt werden.

Hinweis: Du könntest jetzt in den fortgeschrittenen Bereich weiter gehen und dir pro UNTERSEITE oder KATEGORIE eine Zielgruppe erstellen und diese dann später nutzen. Das hat den Vorteil, dass du eine präzisere Zielgruppe nimmst und diese mit präzisieren Ads bespielst, so dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, eine harte Conversion zu erzeugen. Ich möchte dir aber in diesem Beitrag erstmal die größte Remarketing Chance sowie das Prinzip erklären und beschränke mich erstmal auf die Zielgruppe „Alle Webseitenbesucher“.

Dies ist vor allem bei SEARCH Kampagnen relevant, da wie oben beschrieben, erst ab einer Größe von 1000 Cookies überhaupt damit gearbeitet werden kann.

Zu 2.): Remarketing Liste in Google Analytics einstellen:

Ich setze hier voraus, dass du deinen Adwords Account erfolgreich mit Analytics verbunden hast?

Wenn du nicht weißt wie das geht, kannst du dies in Analytics unter VERWATLUNG -> PRODUKTVERNÜPFUNG -> GOOGLE ADS-VERKNÜPFUNG einstellen. Hier ein quick Tipp:

Wichtig ist hier, dass du die Verknüpfung auch im Google Adwords Dashboard bestätigst.

Im gleichen Feld findest du etwas weiter unten auch das, worauf ich hinaus wollte: Die Zielgruppendefinition. Klicke dort drauf und wähle ZIELGRUPPEN. Du gelangst dann zu diesem Bildschirm:

Gehe den geführten Prozess von Google Analytics zur Erstellung der Remarketing Zielgruppe durch und wähle danach dein Adwords-Konto aus.

Dafür wollten wir ja auch letztendlich die Zielgruppen aufbauen.

Wenn du diesen Vorgang abgeschlossen hast, sollte deine Zielgruppe im Adwords Dashboard zu sehen sein. Oftmals kommt es vor, dass die falsche Datenansicht gewählt worden ist, oder dass Google Analytics nicht ordentlich verknüpft wurde. Dies solltest du im Hinterkopf behalten, falls es mal nicht nach Plan gehen sollte.

Zwischenfazit, bevor wir loslegen:

Sehr gut! Du hast verstanden, dass es notwendig ist, für das Retargeting ebenfalls ein Conversion Tag mit einzurichten, und dass der gesamte Erfolg einer Remarketing Kampagne einzig und allein auf der Zielgruppendefinition basiert.

Jetzt können wir starten und deine Zielgruppen für die ersten Remarketing-Kampagnen nutzen!

3. SEARCH oder DISPLAY: Deine erste Remarketing-Kampagne einrichten

Es gibt eigentlich nicht viele Routen, die du fürs Retargeting einschlagen kannst. Um es kurz zu sagen: Entweder du fügst deinen aktiven Kampagnen die neu aufgebaute Retargeting-Zielgruppe hinzu oder du erstellst eine neue Kampagnen. Eine zweite Sache beschränkt zusätzlich deinen Handlungsspielraum: Die Anzahl an Cookies, die in deiner Remarketing Zielgruppe angezeigt wird.

Google beschreibt das so und legt dir eine Mindestanzahl an Besuchern pro Kampagnenart fest:

  • Google Displaynetzwerk: Mindestens 100 aktive Besucher oder Nutzer innerhalb der letzten 30 Tage 
  • Google Suchnetzwerk: Mindestens 1.000 aktive Besucher oder Nutzer innerhalb der letzten 30 Tage
  • YouTube: Mindestens 1.000 aktive Besucher oder Nutzer innerhalb der letzten 30 Tage
  • Gmail: Mindestens 100 aktive Besucher oder Nutzer innerhalb der letzten 30 Tage im Displaynetzwerk

Also… wenn du mehr als 1000 Cookies auf “SEARCH” gesammelt hast, steht dir das gesamte Retargeting Sortiment von Google Ads (Stand: 22.04.2019) zur Verfügung, ansonsten siehst du sofort diesen freundlichen Hinweis von Google sobald du deine Retargeting Audience zu deinen Kampagnen hinzugefügt hast:

Somit hast du folgende Auswahl:

Mehr als 1000 aktive Mitglieder:

  • NEUE Kampagne erstellen
  • ALTE Kampagnen mit den Zielgruppen

Weniger als 1000 aktive Mitglieder:

  • NEUE DISPLAY/GMAIL-Kampagne erstellen
  • ALTE DISPLAY-/GMAIL Kampagne anreichern

Fürs Retargeting eine neue Kampagne aufstellen oder vorhandene Kampagnen anreichern?

Das ist eine wichtige Frage und es hängt von der Kampagnenart (SEARCH vs. DISPLAY) ab. Bei einer SEARCH Kampagne knall ich die gleiche Remarketing Zielgruppe in die gleichen Kampagnen und spiele nur mit der Gebotsanpassung (z.B. +50%), wenn jemand aus der Remarketing Audience nach denselben Begriffen sucht.

Hierbei sollte beachtet werden, dass die Ausrichtung deiner Zielgruppe auf „BEOBACHTUNG“ gestellt wird. Somit wird der Zielgruppe lediglich die Priorität eingeräumt, dass Google sich mit größerem Fokus die Cookies aus der Remarketing-Zielgruppe anschauen soll, aber Google auch alle anderen Suchanfragen mit abdecken kann, die nicht aus der Zielgruppe kommen.

Hinweis: Ich habe die besten Erfolge mit einer Remarketing SEARCH Kampagne (Mit Ausrichtung: „BEOBACHTUNG“) erzielt. Mit Erfolge meine ich harte Conversions. Die anderen Kampagnen nutze ich natürlich auch, aber eher mit dem Hintergrund der „Markenerinnerung“ und erwarte keinen großen Effekt, da die Werbeflächen (Display-Kampagnen spielen auf Blogseiten aus und ähnliches) nicht so sehr attraktiv sind.

Um alle Suchanfragen abzudecken und uns nicht nur auf die Remarketing-Liste zu beschränken, lassen wir hier die Einstellung deiner Suchnetzwerkkampagne auf Beobachtung.

Wie sollten Display-Kampagnen fürs Remarketing genutzt werden?

Ich gehe davon aus, dass du noch keine Display-Kampagne hast, deswegen macht es auch keinen Sinn hier an der Stelle zu empfehlen, dass du dies bei deiner vorhandenen Kampagne mit hinzufügst. Also, erstelle eine Display Kampagne und das WICHTIGSTE, das du hier einstellen musst, ist die AUSRICHTUNG deiner Zielgruppe.

Hinweis an dieser Stelle: Die Einstellung der Ausrichtungsform ist besonders für Anfänger eine SUPER gefährliche Funktion, denn dadurch kann sehr schnell sehr viel Geld verbrannt werden. Genau das ist mir passiert, als ich meine erste Display Kampagne geschaltet habe und innerhalb von einem Tag mehr als 100€ ausgegeben habe (OBWOHL MEIN TAGESLIMIT BEI 50€ LAG!).

Hintergrund: Das Displaynetzwerk, worauf Google bei dieser Werbeart zurückgreift, beinhaltet eine Vielzahl an Seiten wo “Adsense” Werbeflächen eingebettet sind. Die Bemühungen von Google sind, deine Anzeigen genau dort auf den Werbeflächen auszuspielen, in der Hoffnung, dass relevanter Traffic auf deine Webseite kommt und dort konvertiert. Ehrlicherweise habe ich aus persönlicher Erfahrung mit “kalten” Displaykampagnen – also als erste Kampagne in deinem Werbeaccount – absolut keine guten Erfahrungen gemacht. Bei einem Kunden klappte dies auf Anhieb gut, jedoch gibt es meiner Meinung nach andere Wege, um qualitativ hochwertigen Traffic zu bekommen. Die Klickraten sind sehr gering (< 0,5%) und das Budget kann schnell ohne Effekt verpuffen.

Empfehlung: Meine Empfehlung hier ist es, qualitativ hochwertigen Traffic über z.B. Search-Kampagnen als Erstkontakt zu erzeugen und diesen dann mit Display Kampagnen wieder anzusprechen. Es wäre ja zu schade, wenn dir bei Suchnetzwerk-Kampagnen die teuren Klicks (z.B. 5-10€ pro Klick) einfach für immer abhauen und du die nie wieder ein zweites Mal ansprechen kannst. Deswegen solltest du ein großes Bestreben danach haben, exakt nur diese Menschen in der Zielgruppe anzusprechen und kein sinnloses Geld für Klicks auszugeben, die niemals auf deiner Seite waren, oder?

Um das zu realisieren, ist die Wahl der richtigen Ausrichtungsform bei Display-Kampagnen das wichtigste überhaupt!

Es gibt drei Ausrichtungsarten:

  1. Keine automatische Ausrichtung (-> dringende Empfehlung bei Remarketing Kampagnen!)
  2. Konservative Automatisierung und
  3. Aggressive Automatisierung

Die Ausrichtung gibt lediglich an, wie breit die Ausspielung deiner Kampagnen stattfinden sollte. Es ist vergleichsweise wie die Keyword Match Types bei SEARCH!

Je breiter du gehst, desto mehr Verluste, mehr Budget und weniger Conversions. Um möglichst budgetoptimiert zu starten, bitte hier NUR auf AUSRICHTUNG und dann in den Einstellungen der ANZEIGENGRUPPE auf KEINE AUTOMATISCHE AUSRICHTUNG stellen.

Was haben wir jetzt eingestellt?

Wir haben eingestellt, dass Google tatsächlich NUR die Mitglieder in deiner Remarketing Audience ansprechen wird. Hier noch mal an der Stelle als Erinnerung: Die Remarketing Audience beinhaltet alle Menschen, die tatsächlich irgendwann mal auf deiner Webseite waren! Mit der Einstellung wird verhindert, dass andere Interessenten mit deiner Werbung angesprochen werden, die NIEMALS auf deiner Seite waren.

Hinweis: Wenn deine Remarketing Zielgruppe nun aber um die 100 Leute beinhaltet, solltest du dringend überprüfen, wie häufig jemand deine Anzeige zu sehen bekommt. Es kann schnell in Richtung “Stalking” gehen und könnte den gegenteiligen Effekt von Remarketing haben: Rufschädigend!

Hier ein Tipp, wie du dies verhindern kannst:

Das “Frequency Capping” – wie häufig soll ein Nutzer deine Anzeige sehen?

Das “frequency capping” gibt an wie häufig du dem EINEM Nutzer deine Inhalte zeigen möchtest. Du kannst das entweder über Google automatisch regeln lassen (Klare Empfehlung dies NICHT zu tun) oder du bestimmst selbst darüber.

Ich würde hier mit 3x pro Woche pro Anzeigengruppe starten. Es sollte ja als Werbeerinnerung dienen.

Wieso pro Anzeigengruppe? Nun, du könntest ja verschiedene Remarketing Kampagnen mit unterschiedlichen Bildern & Botschaften starten. Das führt auch dazu, dass der Nutzer mehr Abwechslung siehst.

Kann ich es messen, wie häufig einem Nutzer meine Anzeigen angezeigt wurden?

Ja, und zwar erst seit kurzem!!

Diese Kennzahl war schon längst überfällig, aber Google hatte diese Kennzahl erst in diesem Jahr veröffentlich! Facebook hat dies z.B. direkt schon als Standardwert mit im Reporting eingebaut. Dort heißt es “die Frequenz”.

Wie heißt nun die Kennzahl? Es ist die “durchschnittliche Impressions-Häufigkeit pro Nutzer!”

Definition: Die Durchschn. Impr.-Häufigk. pro Nutzer gibt an, wie oft Ihre Anzeige in einem bestimmten Zeitraum im Durchschnitt für einen einzelnen Nutzer ausgeliefert wird.

Perfekt, oder?

Hier findest du Einstellung:

Dies zeigt dem einen oder anderen auch, dass es EXTREM viele Einstellungsmöglichkeiten pro Kampagnen-Level, -Art und -Tiefe gibt. Diese Kennzahl ist auf dem DISPLAYKAMPAGNEN-LEVEL und dann auf dem allgemein Reiter “Kampagnen” im hellgrauen Bereich zugänglich. Nur dort findest du die Kennzahl zur Auswahl unter der Kategorie “Reichweitenmesswerte” angezeigt.

Nutze diesen Wert, um regelmäßig zu überprüfen wie häufig ein Nutzer deine Remarketing-Anzeigen tatsächlich gesehen hat. Du solltest hier nicht über einen Wert von 7-10 kommen. Ggf. würde ich dir empfehlen einfach eine Weile zu pausieren, Daten zu sammeln und dann wieder die Remarketing-Kampagnen zu starten.

Fazit Remarketing mit Google Ads

Das Remarketing durch Google Ads kann auf vielfältiger Weise geschehen. Du hast so viele Möglichkeiten Leute mit deiner Marke wieder in Kontakt zu bringen, musst aber bedenken, dass bestimmte Mindestvoraussetzungen pro Kampagnenart existieren.

Bevor du loslegst, ist es zwingend notwenidg das Conversion Tracking einzurichten, dann die Zielgruppen ordentlich zu definieren, um daraufhin mit dem Remarketing zu starten.

Du kannst jetzt noch so weit und so tief in der Zielgruppen Definition gehen. Du wirst sehen, je tiefer und detaillierter deine Zielgruppen abgrenzt werden, desto präziser kannst du deine Interessenten erneut ansprechen und um so höher ist die Chance, dass eine Conversion stattfindet.

Wähle dein Frequency Capping geschickt aus, denke daran, wie häufig du eine Anzeige sehen möchtest, wie abwechslungsreich diese sein sollte und ab WANN es für dich als “störend” einzustufen ist.

Miss deine Ergebnisse REGELMÄßIG und schaue dir die ECHTEN Ausspielungen pro Nutzer an. Sobald die Einblendungen zu häufig werden, schalte die Kampagne aus. Um das automatisiert durchführen zu lassen, nutze REGELN, um dir entweder eine Nachricht senden zu lassen oder die Anzeigengruppe automatisch zu deaktivieren.

Viel Spaß beim Retargeting!

Khang

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Fortgeschritten

Data Layer Variablen im Tag Manager – Conversion Tracking im E-Commerce für Profis

Wenn du bereits mit dem Google Tag Manager gearbeitet hast, bist du über die folgenden drei Dinge gestolpert: Tags, Triggers und Variablen. Eine zusätzliche „Funktion“, die oftmals vergessen, nicht gesehen oder einfach als nicht greifbar erscheint, ist die Data Layer oder auch Datenschicht genannt.

Was genau ist eine “Datenschicht” (Engl: Data Layer)?

Es ist ein JavaScript Feld, das benutzt wird um alle wichtigen Schlüsselattribute in einer Webseite zu verstauen. Schlüsselattribute sind:

  • Webseiten Namen, Webseiten URL, Author eines Posts, etc.
  • Aber auch: User ID, Product ID, Product Price, Purchase Value

Was bringen dir diese Informationen für deinen Shop?

Um es auf den Punkt zu bringen, für einen E-Commerce Shop ist dies eines der wichtigsten Conversion Tracking Details überhaupt! Denn: Wenn Du z.B. Kampagnen über Facebook oder Google Ads laufen hast, möchtest du natürlich wissen, wie viel Umsatz pro Converion pro Keyword pro Anzeige gemacht wird. Mit dem Wissen kannst du die profitablen von den un-profitablen Keywords trennen. Das spiegelt sich dann im „Conversion Wert“ wieder.

Hier ein Praxis-Beispiel: Durch die Verwendung von Data Layer kannst du nun automatisch alle Conversion-Werte auf der Website auslesen und in alle Marketing-Kanäle (Google Ads / Facebook Ads) zurück spielen lassen. Ebenso kannst du damit natürlich auch deine Google Analytics Daten anreichern…und plötzlich siehst du deine nackten Zahlen! Ist das nicht schön? 🙂

Den Conversion-Wert aller Bestellungen über unterschiedliche Facebook-Ads-Kampagnen:

Und als Vergleich dazu die Conversion-Werte über Google Ads Kampagnen. Das gibt dir 100%ige Transparenz über den Erfolg deiner Marketing-Kampagnen!

“Das ist ja schön und gut, aber ich bin absolut kein Technik-Freak um sowas bei mir auf der Seite einzurichten?!”

Das Schöne daran ist, wenn du einmal das Prinzip verstanden hast, fällt es dir gar nicht so schwer, dies in deinem eigenen E-Commerce Shop anzuwenden. Alles was du dafür brauchst, ist nicht mehr als dein Google Tag Manager Account, den „Vorschau Modus“ im Google Tag Manager Backend und natürlich deinen Webshop.

Gehen wir doch einfach mal Schritt für Schritt für den Einrichtungs-Prozess. Du wirst sehen es ist einfach und *hoffentlich* nachvollziehbar!

Hinweis: Die prinzipielle Einrichtung des Google Tag Managers findest du hier >

Schritt 1: Data Layer Plugin für WordPress / Woocommerce installieren

Für das Erzeugen eines Data Layers in deinem Shop benötigst du ein Plug-In, das dir die Daten aufbereitet. Das folgende Plug-In kann ich dir wirklich wärmstens empfehlen:

Nachdem du es installiert hast, geh bitte über EINSTELLUNGEN > GOOGLE TAG MANAGER FOR WORDPRESS und gib hier deine GTM ID ein.

Gehe dann über Integration zum Reiter WooCommerce und aktiviere dort die beiden Kästchen. Damit wird gewährleistet, dass du über WooCommerce an deine Daten kommst.

Nachdem du dies erfolgreich eingerichtet hast, gehe in den Google Tag Manager und versetze deinen Shop in den PREVIEW Modus. Ich möchte dir hier einmal zeigen, was du für zusätzliche Daten bekommst, wenn du die beiden Häkchen aus dem Plug-In aktiviert hast. Achte dabei auf die RECHTE Spalte:

VORHER:

NACHHER MIT DER AKTIVIERUNG DES PLUG-INS:

Fazit: Wie du sehen kannst, gibt es viel mehr relevante Daten, die wir abrufen und benutzen können! Dies ist wie vorhin erwähnt auf die aktivierten Datenschichten zurückzuführen! Du kannst Produktkategorien, Stocklevels, Product IDs sowie den Preis ganz einfach abrufen. Wie das geht, verrate ich dir in den folgenden Schritten!


Schritt 2: Drei wichtige Ereignisse verstehen und anwenden lernen

Durch das installierte Plug-In aus Schritt 1, bekommst du Zugriff auf drei wahnsinnig wichtige Ereignisse. Diese findest du in der Debug Console (unten am Bildschirmrand) sobald du in den PREVIEW Modus gehst und die richtigen Seiten aufgerufen hast. Diese drei – und es gibt noch einige mehr – sind für die Ersteinrichtung momentan unser Fokus. Diese Ereignisse sind:

  • gtm4wp.productClickEEC
  • gtm4wp.addProductToCartEEC
  • gtm4wp.orderCompletedEEC

Jetzt fragst du dich sicherlich, was das genau sein soll und ob ich nicht ggf. einen Schritt übersprungen habe? Woher kommen jetzt diese Befehle und was besagen sie? Kein Problem!

Exkurs / Herleitung der Relevanz: Lass uns die wichtigsten Check Points in deinem E-Commerce Shop noch mal rekapitulieren. Wo lohnt es sich überhaupt Daten zu messen oder besser gesagt “einen GTM Tag zu setzen”? Na klar! Sobald jemand auf eine Produktseite geklickt hat, ein Produkt zum Warenkorb hinzugefügt hat oder wenn jemand eine Bestellung erfolgreich abgeschlossen hat. Das sind im wesentlichen alle relevanten Impulse, die darauf Aufschluss geben, dass jemand eine wirkliche Kaufintention hat. Diese „Kaufintentionen“ siehst du dann im zweiten Teil der drei aufgeführten Ereignisse: „productClick“, „addProductToCart“ und „orderCompleted“. Das EEC steht für „enhanced e-commerce“ ist aber momentan nicht von Bedeutung.

Schauen wir uns das erste „Event“ – gtm4wp.productClickEEC – einmal durch den PREVIEW Modus des Google Tag Managers an. Um den aufzurufen, klicke einfach auf ein Produkt in deinem Webshop und es muss auf der “SUMMARY” Seite links das Ereignis anzeigen:

Klicke einmal selbst auf das Ereignis “gtm4wp.productClickEEC” und danach auf den Reiter “DATA LAYER”. Du wirst dann mit einer riesigen Tapete an Informationen überladen werden, die ich dir kurz einmal erklären möchte:

  • Die linke Spalte zeigt dir produktspezifische Informationen an…ist ja klar, du hast ja auf ein Produkt geklickt.
  • Die rechte Spalte zeigt dir darüber hinaus weitere Daten an, falls z.B. du mehrere Produkte auf der Seite hattest (was in deinem Webshop nicht unüblich ist)

Auf alle Informationen in beiden Spalten kannst du durch durch eine sogenannte “Datenschichtvariable” zugreifen!

Hinweis: Wenn du dir die anderen Ereignisse auf der linken Seite anschaust und dann durch die “Data Layer” Informationen gehst, wirst du viel weniger Informationen finden. Soll für dich heißen: Diese drei erwähnten Ereignisse sind genau die richtigen drei Ereignisse, welche voll von Informationen für dich und dein Conversion Tracking sind.

Wie greifst du nun auf diese Daten zu?

Erinnerst du dich an die Einrichtung deiner ersten GTM Tags? Dort haben wir zum Abfeuern eines GTM Tags einen verhaltensbezogenen Trigger genutzt! Jetzt kommt es… Die oben erwähnten drei Ereignisse sind die perfekten Trigger / Auslöser, um 100% verlässliche und ordentliche E-Commerce Tracking Daten an Adwords, Facebook oder auch Google Analytics zurück zu geben.

Welche Funktion muss ich nun wählen, um die Ereignisse richtig als Trigger aufzubauen?

Hier noch mal die drei Befehle:

  • gtm4wp.productClickEEC
  • gtm4wp.addProductToCartEEC
  • gtm4wp.orderCompletedEEC

Was du jetzt machst, ist einen neuen Trigger aufzusetzen:

Hier ist es wichtig, dass du nun ein BENUTZERDEFINIERTES EVENT auswählst. Gib dort in das Feld (Ereignisname) dein erstes Event „gtm4wp.productClickEEC“ ein.

Das müsste nun so aussehen:

Mach das bitte für alle drei Ereignisse von oben und nun müsstest du diese drei Trigger als “benutzerdefinierte Ereignisse” bei dir in der Tabelle sehen. PERFEKT!!

Nachdem du nun diese drei Trigger hast, verknüpfst du diese mit den relevanten GTM Tags. Relevante GTM Tags sind – wie bekannt – deine angelegten Tags von Facebook & Google Adwords. Falls du nicht mehr weißt, wovon ich spreche, diese Übersicht müsste dir bekannt vorkommen:

Falls du noch keine Tags hast, lege nach und nach deine Tags pro Marketing-Kanal an. Hier eine kurze Übersicht an benötigten Tags:

Tags für Facebook Ads

  1. Geh auf Tags und lege ein NEUES Tag an.
  2. Wähle für Facebook “benutzerdefiniertes HTML”.
  3. Geh in deinen Facebook Account und suche den Pixel Code heraus.
  4. Füge diesen nun dort ein und benenne das Conversion Event mit “ViewContent”
  5. Nachdem du dies getan hast, nimm bitte den zugehörigen Trigger – EVENT PRODUCTKLICK – aus.
  6. Speichere diesen ab und führe dies mit den anderen Tags durch.

Tags für Google Ads

  1. Gehe bei Google Adwords über Tools in die Conversions.
  2. Erstelle nun eine Conversion und nenne sie “Produktseite aufgerufen”
  3. Führe die Einrichtung fort und merke dir nun die Conversion ID und das Conversion Label.
  4. Gehe zurück in den GTM und lege einen neuen Tag an.
  5. Nimm hier Google Ads Conversion Tracking und füge beide Daten – Conversion ID und Label – hinzu.
  6. Füge nun auch deinen Trigger hinzu den du ja schon angelegt hast.
  7. Speichere dies ab und führe das mit einem anderen Tag durch.

Schritt 3: Jetzt kommt die MAGIE mit ins Spiel – Datenschichtvariablen anlegen und nutzen!

Nachdem du verstanden hast, was ein Data Layer ist und welche „neuen“ Ereignisse aufgebaut werden mussten, um Data Layers zu „sehen“, geht es jetzt daran die richtigen Datenschichtvariablen anzulegen, so dass du auch genau die Werte aus den Datenschichten abrufen kannst, die du willst! Noch mal zur Erinnerung: Du legst dies einmal an und jedes neue Produkt, das dazu kommt, profitiert von deinen Einstellungen.

Jetzt kommt der komplizierte Teil…aber wenn du den einmal verstanden hast, dann bist du der Data-Layer-Experte und damit sicherlich über dem Durchschnitt der Online-Marketing-“Experten”. Fertig? Dann los!

Das müsste dir bekannt vorkommen:

Diese Variablen sind im Google Tag Manager selbst vorgegeben und man muss sie bei der Ersteinrichtung vom GTM händisch aktivieren. Durch diese Variablen konnten wir beispielsweise Conversions auf Webseiten messen, wenn z.B. jemand erfolgreich ein Kontaktformular ausgefüllt hat und auf “ABSENDEN” gedrückt hat. Das ging mittels der integrierten Variable “Click Text”.

Der Vorteil an den Variablen ist: Sie existieren und sind sehr zuverlässig, sprich: Du kannst sie immer aktivieren und ohne bedenken nutzen. Der Nachteil: Sie decken womöglich nicht ALLE Dinge ab, die du benötigst. Zum Beispiel hilft dir keine integrierte Variable dabei, die Product ID, den Conversion-Wert oder Produktpreis auszulesen.

Wir müssen unsere eigenen Datenschichtvariablen erzeugen!

Abhilfe schaffen wir hier nur, wenn wir unsere eigenen Variablen anlegen und eigene Werte aus den vorhandenen Datenschichten auslesen. Um das zu tun, nutzen wir die sogenannten benutzerdefinierten Variablen und speziell eine “Datenschichtvariable”. Diese findest du hier:

Nochmal in Erinnerung gerufen: Wenn du im PREVIEW Modus arbeitest, siehst du auf dem Reiter “Variablen” alle integrierten Variablen, die du selbst auf aktiv gesetzt hast. Ab und zu spucken sie Werte aus, ab und zu auch nicht. Das kommt immer auf dein Verhalten an und worauf du klickst.

Beispiel: Hier schön zu sehen ist, dass ich gerade in dieser Übersicht auf den Text “STARTSEITE” geklickt habe. Dieses wird ganz links in der Zusammenfassung als 5te Aktion angezeigt. Da ich die integrierte Variable “Click Text” eingestellt habe, zeigt mir diese nun einen Wert oder in diesem Fall ein STRING (Text / Buchstaben) an.

Anlegen von eigenen Datenschichtvariablen:

Da du nun bestens mit der Data-Layer-Struktur vertraut bist und weißt wie Variablen funktionieren, gilt es jetzt durch einen Befehl die Werte aus den Data Layern zu ziehen.

So sieht beispielsweise der Auszug aus einem Data Layer für das Produkt 3092 mit dem Preis 3,95€ in der Kategorie Zubehör aus.

Wir wollen jetzt die Produkt ID aus diesem Feld an Daten herausziehen. Da gibt es zwei Fragen:

  1. Was will ich mit der Product ID eigentlich?
  2. Wie geht das?

Die Antwort auf Frage eins ist: Wenn du z.B. Retargeting über Facebook (Dynamic Product Ads) machen möchtest und dort einen personalisierten Feed an deine Besucher zurückgeben willst, dann wäre es doch super, wenn du pro Nutzer und pro Session alle Produkte abspeichern / vermerken könntest, die ein Nutzer genau in der Session angeschaut hat, oder? Das geht tatsächlich darüber, dass du deinen GTM Facebook Tag mit den Daten deiner Datenschichtvariable anreicherst, was zur Folge hat, dass du diese mit an Facebook übergeben kannst.

Die Antwort auf die zweite Frage siehst du hier:

Wir schauen uns das Feld an, wo diese Informationen vergraben sind. Die ID ist Bestandteil von folgendem Baum:

ECOMMERCE -> DETAIL -> PRODUCTS -> ID. 

Okay soweit? Oder habe ich dich schon verloren?

ACHTUNG HIER KOMMT DER WICHTIGSTER ABSCHNITT IM GESAMTEN ARTIKEL:

Wie greife ich auf Werte im Data Layer ein?

Wenn du auf die ID zugreifen willst, dann musst du in deiner Datenschichtvariable folgendes eingeben:

Hier der Hinweis, dass man in Data Layern mit einer “PUNKT”-Verbindung zwischen den unterschiedlichen Schichten arbeitet. Sprich, wenn dein Wert ID ist, dann kannst du über “ecommerce.detail.products.id” so darauf zugreifen!

So einfach war das? LEIDER GAR NICHT!

Ganz so einfach war es dann leider doch nicht. Ich habe mich genau mit diesem Befehl ein halbes Jahr lang im Kreis gedreht. Ich habe Dutzende Datenschicht- Variablen angelegt, Dutzende Ereignisse ausprobiert und Dutzende Mal habe ich hier versagt.

Ständig wurde mir das folgende im Debug-Fenster zurückgegeben:

Immer war es undefined und ich habe nicht verstanden, warum es so ist…

Aber beim dritten Anlauf ist mir Folgendes aufgefallen:

Wenn du mehrere Product IDs in einem Feld hast, weiß die Datenschichtvariable gar nicht, welches Produkt sie jetzt wirklich nutzen soll und dreht sich somit im Kreis. Dadurch entsteht permanent das Problem, dass “undefined” zurück gegeben wird. Aha! Was bedeutet das jetzt?

Wenn du dem Befehl jedoch mitteilst, dass er gefälligst die erste Product ID zurück geben soll, sollte das Problem gelöst sein!

Neuer Versuch: Wir passen den Abruf nun neu an mit einer Zahl!

“ecommerce.detail.product.0.id”

Nun gehen wir auf die Produktseite und schauen uns an, was in der Debug Console zurück gespielt wird:

WOW! Und siehe da…Somit haben wir erfolgreich unsere erste Datenschichtvariable aufgesetzt und so konfiguriert, dass genau das Feld zurückgegeben wurde, welches wir haben wollten: Die ProductID!

Summary: Schritt für Schritt Vorgehen

Puhhhhhhh…..Das war wohl etwas verwirrend und vielleicht nicht ganz offensichtlich. Wenn wir das alles in einen Zusammenhang bringen wollen, hier noch mal zusammengefasst:

  1. Als Shop-Besitzer möchtest du dynamisch über alle Marketingplattformen und in Google Analytics deine Conversion-Werte sehen.
  2. Um deine Conversion-Werte zu sehen, ist es notwendig diese Informationen abrufen zu lassen.
  3. Bei WordPress & WooCommerce nutzt man dafür das Google Tag Manager Plug-In von Thomas Geiger.
  4. Sobald das Tool installiert ist, aktiviert man die Data Layers.
  5. Durch die Data Layers werden viel mehr relevante Informationen zur Verfügung gestellt als mit den Standard Variablen vom Google Tag Manager.
  6. Durch das Anlegen von Datenschichtvariablen kann man auf die Daten im Data Layer zugreifen. Das geschieht mit dem Verknüpfen der unterschiedlichen Felder in Verbindung mit einem “PUNKT”: Ecommerce.Detail.Product.0.ID.
  7. Um das gewünschte Produkt perfekt anzusprechen und um Verwirrung zu vermeiden, benenne deine Datenschichtvariable immer mit einer Zahl: Ecommerce.Detail.Product.0.ID und überprüfe, ob du den korrekten Wert zurück gegeben bekommst.
  8. Bau so alle drei Ereignisse auf (ProductClick / ProductAddToCart / OrderCompleted) auf.
  9. Für ProductClick und ProductAddToCart würde ich nur die ProductID zurück geben wollen. Dies kannst du z.B. für Facebooks Dynamic Retargeting Ads (mittels Data Feed) verwenden und so messerscharfe Retargeting Kampagnen bauen.
  10. Für OrderCompleted lohnt es sich auf jeden Fall den Purchase Value zurück zu geben.
  11. Denk daran, dass du jeden Wert in den Data Layers zurück geben und nutzen kannst.
  12. …die Macht sei nun mit dir!

Ich hoffe dir hat der Guide gefallen! Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg!

Khang

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Youtube Werbung 2018 – NEUE Funktion Anzeigensequenz

Das Thema Anzeigensequenzierung ist besonders bei Youtube ein wertvolles, langersehntes Feature.

Wie cool wäre es denn, wenn man Interessenten, ohne kompliziert mit Zielgruppen-Ausschlüssen zu arbeiten, eine bestimme Sequenz an Videoanzeigen zeigen könnte? Jedes Video darf nur maximal einmal gesehen werden und der Interessent wandert Schritt für Schritt durch deine Video-Sequenz. Außerdem kommt hinzu, dass er mit jedem Schritt mehr über dein Produkt, deine Marke und deine Geschichte erfährt? Endlich Schluss mit den fast schon nach Spam klingenden “WIX.COM” Werbungen!

Das was ich beschreibe, ist nun mit der neu eingeführten Funktion in deiner Videokampagne verfügbar:

Video Ad SequencingGerade heute am 11.11.2018 habe ich die Funktion entdeckt und gleich ausprobiert!

Mehr dazu kannst du direkt auf der Google Support Seite lesen: https://support.google.com/google-ads/answer/9161595?hl=de#null. Um die Definition von Google einmal offenzulegen:

With video ad sequencing, you can tell your product or brand story by showing people a series of videos in the order that you define. You can use a video ad sequence campaign to build interest, reinforce a message, or create a unifying theme.

Um Euch aber schon mal Informationen zum Setup zu geben, habe ich dieses Video gemacht. Hier jedoch einmal die Informationen zusammengefasst:

Auswahl an Gebotsoptionen:

  • Ziel CPM (Empfohlen)
  • Maximaler CPM
  • Maximaler CPV

Anzeigenformate:

  • TrueView in-stream ads
  • Bumper ads
  • Eine Kombination zwischen TrueView in-stream und Bumper Ads

Hinweis: Deine Gebotsstrategie führt dazu, welche Anzeigenformate du auswählen kannst.

Anzeigenformate

Um zu vermeiden, dass Nutzer deine Anzeigensequenz zu häufig sehen, gibt es pro Sequenz maximal einmal in 30 Tagen die Chance deine Sequenz zu sehen! (Thema: Frequency Capping)

Wichtigster Vorteil:
– Deine Videoanzeigen nun endlich in einer Reihenfolge! Sprich: User können eine Sequenz an Werbeanzeigen durchlaufen.
– Immer tiefere Qualifizierung pro Schritt nun möglich: In der Customer Journey sind unterschiedliche Botschaften pro Stelle natürlich ideal. Somit gibt dir die Anzeigen-Sequenzierung die Möglichkeit kleine Häppchen an Content zu erstellen, um somit den User immer mehr über dein Produkt aufzuklären.

Um das einmal aufzuzeigen hier ein Beispiel, das ich gleich getestet habe:

Video Ad Sequencing

Die Strategie bei diesem Test war es, durch zwei kleine Videos am Anfang (Dauer: 6 Sekunden pro Video) dem User jeweils mit nur einem Produktvorteil zu begegnen. Bloß nicht zu viele Infos in einem Video, sondern einfach nur den Hauptvorteil nennen, warum Leute das Produkt gerne kaufen. Im zweiten Video genau dasselbe jedoch für einen anderen Vorteil vom Produkt. Im dritten Video gab es Testimonials – also Leute, die das Produkt bereits genutzt haben – so dass neben der Hauptfunktion auch gleich gezeigt wird, dass Menschen das Produkt erfolgreich genutzt haben. Im letzten Video der Sequenz gab es dann einen Call-To-Action mit dem Hinweis, dass das Produkt unter der folgenden Website zu kaufen wäre.

Mehr Infos dazu:
– Über Anzeigensequenzierung: https://support.google.com/google-ads/answer/9161595
– Erstellung: https://support.google.com/google-ads/answer/9172870

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Google Ads vs. Facebook Ads: Was solltest du nutzen?

Welche Marketing Plattform eignet sich am Besten zum Start für deine erste Direct Response Kampagne?

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
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Die Auswahl an Marketing Plattformen wird immer größer! Vor 10 Jahren gab es lediglich Facebook und Google Adwords als dominierende Werbeplattformen; heutzutage haben nicht nur die vorhandenen Plattformen Ihre Anzeigen-Flächen extrem ausgebaut, es sind auch noch Dutzende neue Plattformen dazu gekommen. Bing Ads, Linked-In Ads, Xing Ads, Apple Search Ads, Amazon Ads und Youtube Ads sind nur einige von ihnen… Anzeigen auf Plattformen scheinen ein sehr profitabler Trend geworden zu sein.

Womit fange ich an?

Dennoch bleibt die wichtigste Frage oft unbeantwortet: Mit welcher Plattform fange ICH als kleines Unternehmen / Selbstständiger an, meine Dienstleistung, sowie Produkte zu vermarkten?

Eines habe ich in der ganzen digitalen Welt gelernt: Solange du keine wirklich belastbaren Zahlen und Fakten für dein eigenes Business erzeugt hast, bleibt alles andere eine vage Vermutung! Da kann dir noch jeder Profi empfehlen: „ich würde auf dieser Plattform anfangen, weil das besser für dich ist.“

Ich wage dennoch einen Versuch hier eine Klassifizierung vorzunehmen, da es einige Unterscheide zwischen den Werbeplattformen gibt, die bei der Entscheidungsfindung extrem helfen könnten.

Newsfeed vs. Suchnetzwerk

Facebook, Xing, Linked-In…sind soziale Netzwerke und besitzen einen sogenannten Newsfeed. Dort kommt alles an sozialen Aktivitäten zusammen, was du durch deine Kontakte, Gruppen und Fan Pages förmlich aggregierst. Das entscheidende hierbei ist, dass du beim Betrachten des Newsfeeds Informationen „konsumierst“. Es ist nicht ganz vergleichbar mit TV gucken, denn du hast gewisse Einschränkungen durch deine selbst gewählten „Sender“: Freunde, Fan Pages und Gruppen.

Auf der anderen Seite gibt es jene Plattformen, die eine Suchmaske als Eintrittskarte verwenden. Dazu zählen Google, Youtube und Bing. Dort gibst du dein Problem ein und erhoffst dir, dass der Google Algorithmus so schlau ist, und dir auf die Frage „wie bringe ich meinem Welpen bei stubenrein zu sein“ die perfekte Antwort liefert.

Auf Probleme folgen Lösungen

Und da wären wir eigentlich schon am wichtigsten Punkt in der Gegenüberstellung. Wenn du nun gedanklich selbst durch beide Plattformen gehst, dein eigenes Verhalten beobachtest und darüber reflektierst was ich oben geschrieben habe, wo würdest du am ehesten deine Dienstleistung positionieren?

Richtig! Auf Plattformen, wo eine Suchmaske existiert!

Nun ist es auch kein Wunder, warum Klickpreise bei Google Adwords durch die Decke gehen, oder? Wenn jemand „Schlüsselnotdienst Hamburg“ um 23 Uhr am Sonntag eingibt, dann glaube mir mal, dass dieser Mensch durchaus gewillt ist etwas Geld für das Öffnen der Tür auszugeben. Dass die Klickpreise bei Keywords wie „Schlüsselnotdienst“ um die 30-80€ pro Klick (!) kosten, ist deshalb kein Wunder.

Je höher die Klickpreise, desto höher die Conversion Chancen.

Andererseits geht aus diesem Beispiel hervor, dass die Vermarktungschancen auf Suchnetzwerken wie Google.de abhängig vom Bekanntheitsgrad des Produktes / des Problems sind. Vor 2 Jahren hätte kein Mensch bei Google nach „Fidget Spinner“ gesucht, da das Produkt komplett unbekannt war!

Fidget Spinner

Gleichzeitig haben die Fidget Spinner in den sozialen Netzwerken durch zahlreiche Videos den eigentlichen Markt erschaffen. Mit Aussagen wie „es ist für gestresste Menschen geeignet“ und „idealerweise für unruhige Kinder“ wurde extrem viel Aufmerksamkeit auf das Segment gerichtet und siehe da: Der Markt ist entstanden.

Eine einfache Regel lässt sich hier deshalb ableiten: Nutze für neue Segmente „Newsfeed“-lastige Plattformen und für etablierte Segmente mit Suchvolumen (mind. 1000 Suchanfragen pro Monat) Suchnetzwerke.