Google Ads – damals Google AdWords – ist einer der größten Werbeplattformen der Welt, mit dem Firmen aber auch Einzelpersonen auf Google.de und Partnerseiten (z.B. YouTube) Werbung schalten können. Google Ads gehört zu der Kategorie “Search Engine Advertising (SEA)” und ist z.B. neben Bing und Yahoo ein etablierter Kanal im Online Marketing.

Was verbirgt sich alles unter “Google Ads”?

Unter Google Ads fallen diverse Werbearten, wie z.B. die Werbung im Suchnetzwerk (Google.de) oder Google Shopping. Es gibt aber auch die Möglichkeit im Displaynetzwerk Werbung zu schalten. Dort sind über 1 Millionen Seiten, wie z.B. focus.de oder spiegel.de, welche Werbeplätze durch Google Adsense zur Verfügung stellen. Man kann sich das wie normale Litfaßsäulen an der Straße vorstellen – diese Werbeplätze werden dynamisch mittels Auktion an Werbetreibende vermietet.

Dabei wird jede Seite einer gewissen Kategorie zugeordnet und diese Kategorie, z.B. Sportvereine, werden von Werbetreibenden in den Einstellungen ausgewählt. Die Zuordnung der Seiten-Kategorie erfolgt durch Google selbst. Google schaut sich die Inhalte (“crawlen”) der Seiten an und versucht zu verstehen, worum es sich bei der Seite handelt.

Wie wird bei Google Ads abgerechnet

Abgerechnet kann z.B. pro Klick oder pro Impression (Sichtkontakte) geschehen. Das passiert im Suchnetzwerk so, wenn jemand in der Suchleiste einen Begriff eingibt, und dann für den Begriff Anzeigen (in der Regel sind das die ersten vier Suchergebnisse) von Werbetreibenden ausgespielt werden. Dabei kann ein Klick von wenigen Cent Beträgen schon mal bis zu 100€ teuer sein. Hier sei zu beachten, dass die Höhe des Klickpreises von diverse Faktoren abhängig ist. Das Hauptkriterium, warum ein Klickpreis so teuer sein kann, ist die Abschlusswahrscheinlichkeit, wenn nach dem Begriff gesucht wird. Gibt jemand “Schlüsselnotdienst in Hamburg” ein, weiß Google, dass dieser Suchbegriff eine sehr hohe Dringlichkeit und Abschlussstärke hat. Dabei nimmt Google alle Vergangenheitsdaten als Grundlage.

Warum sollte man Google Ads als Werbetreibender nutzen?

Insgesamt bietet Google Ads eine sehr gute Möglichkeit, um im Internet an Sichtbarkeit zu gelangen. Der „Traffic“, der über Google Ads auf eine Webseite geht, ist meistens sehr qualifiziert und unterscheidet sich deswegen sehr von Social Media Werbung. Social Media Werbung ist meistens nicht bedürfnisbezogen und kann als Push Marketing bezeichnet werden.

Jeder der bei Google.de in die Suchleiste eine Suchanfrage eingibt, sucht in der Regel nach einer Antwort zu einem Problem. Der Nutzer ist deswegen extrem wertvoll, da er sich durch seine Suchanfrage für bestimmte Dienstleistungen qualifiziert hat.

Beispiel: Wenn jemand nach einer “Bäckerei im Umkreis xyz” sucht und zufälligerweise der Bäcker von nebenan eine Werbeanzeige über Google Ads am Laufen hat, kann es zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit führen, dass der Suchende das Geschäft vom Bäcker auch besucht.

Um Google Ads wirklich präzise und erfolgreich zu machen, ist es wichtig, dass man sich auf die Qualität der Suchbegriffe konzentriert. In der Regel ist die folgende Faustformel zielführend: Je länger eine Suchanfrage ist, desto qualifizierter ist die Suchanfrage.

Beispiel / Suchanfrage: „bäckerei Umkreis hamburg ottensen jetzt geöffnet“

==> Hier besteht die Suchanfrage aus sechs Wörtern und die Intention dahinter ist sehr klar.

Vergleich man diese Suchanfrage mit „Bäckerei hamburg“, ist die Intention nicht wirklich klar. Dadurch kann der Suchende folgendes meinen:

Wo in Hamburg? -> Bäckerei hamburg wansbek, bäckerei hamburg altona, bäckerei hamburg hbf….

Was ist genau gemeint? -> bäckerei hamburg verkaufen, bäckerei hamburg jobs, bäckerei hamburg glutenfrei, bäckerei hamburg geöffnet…

Deswegen ist es besser auf längere Suchanfragen zu bieten. Einen Haken hat das Ganze jedoch: Google ist schlau und besitzt Daten aus der Vergangenheit. Längere, qualifizierte Suchanfragen kosten deswegen deutlich mehr als kürzere, da die Abschlusswahrscheinlichkeit hier deutlich höher ist.

Google Ads können viel bringen und sehr effektiv sein, wenn man weiß, welche Suchanfragen qualitativ hochwertig sind.

Um eine Google Ads (ehem. AdWords) zu erstellen sind folgende Dinge notwendig:

  • Ein Google Ads Account (ads.google.com)
  • Ein gültiges Zahlungsmittel (Kreditkarte oder SEPA Lastschriftverfahren)
  • Eine URL bzw. eine Homepage, auf die die Besucher gehen sollten

Sobald dies eingerichtet ist, ist es sinnvoll die folgenden Schritte zu unternehmen:

  1. Welche Kampagnenart soll genommen werden? Suchnetzwerk, Displaynetzwerk, Shopping, Smart oder Video?
  2. Wie viele Anzeigegruppen soll in der Kampagne genutzt werden? Anzeigegruppen dienen der besseren Segmentierung der Kampagnen.
  3. Wie viel Budget soll pro Tag investiert werden?
  4. Wie lange soll die Laufzeit der Kampagne sein?

Die häufigste Form, die ich bei der Kampagnenerstellung nutze (sowohl bei E-Commerce Unternehmen als auch bei Dienstleistungen) ist die Suchnetzwerkkampagne. Wie du so eine Kampagne aufsetzen kannst, findest du in diesem ausführlichen Artikel: Tutorial – Schritt für Schritt zur ersten Suchnetzwerk-Kampagne.

Wie viel Geld solltest du für eine Google Ads Kampagne einkalkulieren? Das ist – je nachdem welche Kampagnenart du wählst – unterschiedlich.

Bei einer Video-Kampagne (YouTube) reichen z.B. wenige Euro pro Tag aus, um eine hohe Reichweite abzudecken. Bei einer Suchnetzwerkkampagne, ist dies vom Klickpreis abhängig. Kostet ein Klick bereits 5€, wird dein Tagesbudget mit 5€ nicht ausreichend sein, um genügend Sichtkontakte zu erzielen. Plane dein Budget so, dass du den gesamten Tag für die relevantesten Suchbegriffe sichtbar sein kannst. Nur so garantierst du, dass du jede Anfrage abfängst und kannst dann nach einer gewissen Laufzeit, ein Fazit über die Kampagne machen.

Ließ dazu den folgenden Artikel: AdWord mit geringem Budget starten

Google Ads (ehem. AdWords) ist besonders für kleine Unternehmen ein sehr sinnvolle Marketing Maßnahme.

Die Eintrittsbarrieren sind gering und man kann bereits mit wenig Werbeausgaben schon signifikante Ergebnisse erzielen.

Jedes Unternehmen sollte aus meiner Sicht mindestens 20-30% in Search Engine Advertising (SEA) stecken, da man dort bereits qualifizierte Suchanfragen abschöpfen kann.

Sobald eine Suchnetzwerk-Kampagne aufgesetzt ist, gilt es diese in den ersten paar Tagen unter Beobachtung zu halten. Hier eine kleine Optimierungs-Routine dazu:

  1. Tag 1-3: Bekomme ich genügend Ausspielungen respektive Klicks? Wird mein Tagesbudget ausgeschöpft? Wenn dies der Fall ist, fahre fort und schaue dir die Suchanfragen an. Wenn das nicht der Fall ist, kann das diverse Gründe haben: Suchvolumina, Höhe des Gebots, Qualitätsfaktor, Keyword Match Types (Breit, Passend oder exakt). Stimmt die Qualität der Suchanfragen mit dem überein, was du anbietest? Baue parallele eine Liste mit negativen Schlüsselbegriffen auf. Diese machen deine Kampagnen noch effizienter.
  2. Tag 3-7: Sind bereits Conversions (also wichtige Zielvorhaben) durch deine Kampagnen ausgelöst worden? Wenn nein: Wie viele Klicks hast du für die relevanten Suchbegriffe bekommen? Sind es mehr als 100 Klicks und gab es noch keine “relevanten” Signale? Ggfs. solltest du schauen, ob du nicht ein anderes Produkt/Dienstleistung vermarkten solltest. Es kann aber auch sein, dass deine Suchbegriffe noch zu nicht konkret genug formuliert sind. Achte darauf, dass du genau für ein konkretes Vorhaben deine Dienstleistung positioniert hast.
  3. Tag 8+: Baue parallel Remarketing (Wiederansprache von Webseitenbesuchern) Kampagnen auf, um sicherzustellen, dass du deine Interessenten oft genug angesprochen hast.

Weitere Informationen findest du hier: Praxisnahe Tipps wie du deine Kampagnen optimieren kannst

Das Google Merchant Center ist erforderlich, wenn du über Google Ads Shopping Kampagnen starten möchtest. Um eine Shopping Kampagne zu starten, benötigst du einen Shopping Feed bzw. einen Produktkatalog, der von Google autorisiert ist. Diese Autorisierung findet im Merchant Center von Google statt. Das Merchant Center ist die Brücke zwischen deinem E-Commerce Shop und der Werbeplattform. Hier einmal die wichtigsten Schritte die du erledigen solltest, um mit Shopping Anzeigen zu starten:

  1. Stelle sicher, dass du aus deinem Shop einen Product Feed erzeugen kannst. Manche Shopsysteme (z.B. Shopware) können das in ihren Grundfunktionen, bei anderen Shopsystemen (WooCommerce / Shopify) benötigst du kleine Plugins, die dir diesen Product Feed erzeugen. Es gibt speziell vorgefertigte Templates, die du nutzen kannst um die richtigen Daten für den Shopping Feed zur Verfügung zu stellen
  2. Sobald du die URL des Shopping Feeds hast (es gibt natürlich noch andere Möglichkeiten, deinen Feed hochzuladen, z.B. mit einer Google Tabelle) lege einen Merchant Center Account an und verbinde diesen mit deinem Google Ads Account.
  3. Gehe dann ins Merchant Center und erstelle einen neuen Feed und nutze die URL deines Shopping Feeds, um die Produkte zu übergeben.
  4. Warte 3-5 Werktage bis deine Produkte erfolgreich „gecrawlt“ wurden. Achte aber auch darauf, dass du alle wichtigen Attribute (GTIN, etc.) ausgefüllt hast.
  5. Sobald dein Feed erfoglreich gecrawlt wurde, kannst du mit Google Shopping Anzeigen starten.

Wie man eine Google Shopping Kampagne anlegt, ist hier beschrieben: Deine erste Shopping Kampagne anlegen